London

Hot Trend - Pop up Restaurants

Gegenwärtig total angesagt in Londons Food-Szene: Pop up Locations. Kochen für zahlende Gäste in privatem Ambiente – oder aber Kochevents renommierter Chefs an wenigen Abenden in zweckentfremdeten Locations. (Quelle: Leaders Club International/Bruce Palling, London. wsje.weekend@wsj.com)

So zelebrierte kürzlich Chris Lee, früherer Star-Chef im kalifornischen Chez Panisse, ein Pop-up-Dinner für 30 Personen in einem Bürogebäude in East London. Initiatorin war Claire Ptak, Ex-Pastry-Chefin bei Chez Panisse, die als nächsten Pop-up-Koch Joseph Trivelli vom River Café gewonnen hat.

In ihrem privaten ‚Underground Restaurant’ in Kilburn – zaubert MsMarmitelover (marmitelover.blogspot.com) fünfgängige Menüs für knapp 30 Gäste. Kostenpunkt: 40 Pfund.

Was den seit letztem Jahr entwickelten Trend angeschoben hat? Schwer zu sagen – vielleicht auch die Krise. Auf jeden Fall spielen ihm social media in die Hände. Über Facebook und Twitter werden Pop up-Events bevorzugt kommuniziert.

Private Kitchens kennt man schon seit längerem aus Metropolen wie Paris oder auch Hongkong. Doch jetzt gilt London als Zentrum der Pop-up-Welt. Die einflussreichsten Namen hier sind Stevie Parle und Nuno Mendes – inzwischen zwar nicht mehr im Spiel. Doch ihr Konzept lebt weiter in regulären Supper-Club-Events, wo Gästen fest definierte Menüs kredenz werden.

Stevie Parle, der junge Küchenchef im Dock Kitchen in North Kensington (www.dockkitchen.co.uk), startete seine ‚Bewegliche Küche’ 2009 mit Events wie einem Trüffel-Dinner in einem Ruderclub in Hammersmith. „Die Unwiederholbarkeit macht den besonderen Reiz der Sache aus“, sagt Parle. Gleichwohl sei der organisatorische Aufwand enorm. Heute veranstaltet er an einer festen Location regelmäßig an Wochenenden Supper Clubs.

Zusammen mit Partner Clarise Faria eröffnete Nuno Mendes, Pop-up-Protagonist Nummer zwei, im Londoner Stadtteil Hoxton die Supper Club Location Loft Projekt - tatsächlich sein privater Wohnsitz (www.theloftproject.co.uk). Inwischen kocht Mendes in seinem neuen Restaurant Viajante in Bethnal Green, das Loft Project läuft mit wechselnden Köchen weiter. Ein No-Choice-Zehngangmenü, zum Beispiel von St. John’s Bread & Wine-Chefkoch James Lowe, kann da inklusive Weinbegleitung gut und gerne 100 Pfund und mehr kosten. „Am liebsten würde ich selbst ein No-Choice-Restaurant eröffnen“, sagt Lowe. „Die Frage lautet, ob das Publikum dafür bereit ist.“ Gemeinhin seien aber auch in seinem regulären Restaurant die Gäste von Überraschungsmenüs begeistert.

Sich überraschen lassen: Erfolgsmoment schlechthin bei Supper Clubs und Pop-Ups. Die ursprünglich auf zwei Wochen ausgelegte Pop-up-Session von Pierre Koffmann – früher Chefkoch im renommierten Londoner 3-Sterne-Restaurant La Tante Claire – auf dem Dach des Selfridge’s in der Oxford Street im vergangenen Jahr wurde auf zwei Monate verlängert und war regelmäßig restlos ausverkauft.

Selbst Jo Wood, Ehefrau des Rolling Stone-Gitarristen Ronnie Wood, hat im Garten ihres Privathauses jüngst eine Reihe von Pop up-Events veranstaltet. Kostenpunkt pro Gast: 125 Pfund. Partner war der Bio-Gastronom Arthur Potts Dawson, Sinn der Sache die Unterstützung nachhaltiger Landwirtschaft. Nächstes Projekt ist ein Pop up-Restaurant auf einem Musikfestival in Suffolk.

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