Island

Künftig ohne McDonald's/Hintergrund

Kaum eine gastronomische Meldung hat in den letzten Tagen die Publikumsmedien so beschäftigt wie die Tatsache, dass McDonald's sich aus Island zurückzieht. Drum sei hier das Wichtigste zusammengefasst:

In der Nacht zum Sonntag schlossen in der isländischen Hauptstadt Reykjavik alle McD-Restaurants. Nach 16 Jahren Präsenz verlässt die Marke die Insel, so hat McD mit Partner-Company Lyst vor zwei Monaten beschlossen.

Der Hintergrund ist rein wirtschaftlich: In dem 319.000 Einwohner-Land hat die Finanzkrise mit am Schlimmsten getobt. Die isländische Krone hat bis zu 70 % ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren. Und, jetzt kommt der entscheidende Punkt: McDonald's, mit seinen strengen Richtlinien für Wareneinsatz im System, erfordert Importe. Zuletzt kam das Meiste aus Deutschland. Die starke Verteuerung des Euro hat die Kosten der Ware verdoppelt, doch krisenbedingt lassen sich keine Preise anheben. Sie müssten um 20 % erhöht werden, um wieder Gewinne zu erwirtschaften.

Lange Rede kurzer Sinn: Man beschloss, die Sache zu beenden. So wird Island, genau wie Albanien, Armenien und Bosnien-Herzegowina, künftig ein McD-freies Land sein.
Wohlgemerkt, die Betriebe bleiben bestehen und werden umgeflaggt. Jetzt heißen sie Metro. Magnus Ogmundsson will lokale und damit günstigere Produkte einkaufen, aber weiterhin ein Burger-Lokal sein. Die Kundenzahlen sind in den letzten Jahren sehr gestiegen, er verspricht sich also durchaus Zukunft. Dann eben als Individual-Anbieter.
 
Wie es heißt, muss er sich kaum Sorge machen, dass McDonald's mit einem neuen Partner losläuft. Denn die Einfuhr- und operativen Bedingungen sind extrem komplex und bei dem kleinen Potenzial von nur 300.000 Einwohnern ökonomisch für den Weltkonzern nur sehr bedingt relevant.
 
www.mcdonalds.com

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