London

Pop-up-Restaurants schlagen dauerhaft Wurzeln

London, einer der weltweiten Hotspots, wenn es um das Phänomen Pop-up Restaurants geht, beweist, dass aus dem Flüchtigen mitunter auch Beständiges werden kann. Einige der ursprünglich temporären Food-Tempel haben sich in der britischen Metropole inzwischen dauerhaft niedergelassen. Unternehmerisch durchaus sinnvoll: können sich die Gastronomen doch zunächst ausprobieren, Fehler machen und ein Stammpublikum aufbauen, bevor sie sich an einen längerfristigen Mietvertrag binden.

Entscheidend dürfte jedoch sein, inwiefern sie es schaffen, ihre improvisierte Atmosphäre und den Neugier- und Neuigkeitsfaktor zu behalten, der Pop-up-Restaurants so erfolgreich macht. Fünf Beispiele:

Flat Iron - ein Steakhouse mit nur einem einzigen Produkt auf der Karte, nämlich Steak in hochgelobter Qualität. Als Pop-up im Sommer gestartet, hat das Restaurant inzwischen einen Altbau in Soho bezogen, wo an langen hölzernen Tischen und unter Retro-Lampen gespeist wird. Im Keller serviert eine Bar Cocktails und Donuts zum Dessert. http://flatironsteak.co.uk/

Back in 5 Minutes - der einst überfüllte Supper Club ist zum 30-Plätze-Restaurant in einem Hinterhaus der Brick Lane mutiert. Hier serviert der schwedische Chefkoch Frederick Bolin Schweinshaxe und selbstgebackenes Brot sowie weitere europäische Spezialitäten wie Weiße-Bohnen-Suppe, Enten-Konfit und das traditionelle Dessert 'Eton Mess'. An jedem dritten Samstag im Monat ist Skandinavischer Abend und jeweils mittwochs verspeisen die Besucher des 'Dinner Clubs' gemeinsam ein Drei-Gänge-Menü. www.disappearingdiningclub.co.uk/backin5minutes

Bonnie Gull Seafood Shack - Wer das Essen mit allen Sinnen liebt, sollte dieses Restaurant ausprobieren, wo gigantische Devon-Garnelen serviert werden. Ein Strandrestaurant mitten in Central London, wo das unprätentiöse Angebot frischer Meeresfrüchte eigenhändig aus der Schale gepult werden muss. Der Fang des Tages wird mit Kreide auf eine Tafel geschrieben, an der Raw Bar gibt es Austern, die Cocktails werden mit Muscheln dekoriert. www.bonniegull.com

Upstairs at the 10 Bells - von ein zwei jungen Köchen als Pop-up-Restaurant mit dem Ziel gegründet, Sterne-Küche zu moderaten Preisen anzubieten, hat das Restaurant seit Juni eine feste Location. Nach wie vor stehen regionale, zuweilen auch unorthodoxe Zutaten auf der Einkaufsliste - originell zubereitet, wie man es von zwei ehemaligen Noma-Mitarbeitern erwarten kann. Daneben haben James Lowe und Isaac McHale bereits ihren nächsten Pop-up-Ballon steigen lassen: der Clove Club, ein privater Supper Club, soll demnächst in der Shoreditch Town Hall eine permanente Bleibe finden. http://tenbells.com

Beard to Tail - Die Grundidee dieses Pop-ups: die möglichst vollständige Verwertung von Schweinen und Rindern - Füße, Backen, Leber, Beard to Tail serviert alles. Das dauerhafte Restaurant eröffnete im September im hippen Shoreditch mit dem gleichen Ansatz. Nichts für Salatfreunde: Der einzige Salat im Angebot enthält Innereien. www.beardtotail.co.uk

stats