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Tesco steigt ins Restaurant-Geschäft ein

Die mit Abstand größte britische Supermarkt-Kette, Tesco, steigt nach längeren Vorbereitungen ins Restaurantgeschäft ein, wie Vorstandsmitglied Kevin Grace bestätigt.

Erste Anfänge machten die kleine Café-Kette Harris & Hoole sowie die Euphorium Bakery. Erstes großes Engagement ist der Kauf von 100 % der Aktien der Gastro-Marke Giraffe. Letztere betreibt gut 40 Fast Casual-Restaurants und wird bislang von der Gründerfamilie geführt – ungeachtet der Tatsache, dass Giraffe sich schon im Besitz von zwei Private Equity-Gesellschaften befand.

Der Umsatz von Giraffe belief sich im vergangenen Jahr auf reichlich 40 Mio. Pfund. Daraus ergaben sich Erträge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 4 Mio. Pfund.

Der Kauf von Giraffe durch Tesco spiegelt Überlegungen, die sich gegenwärtig quer durch das gesamte britische Supermarktgeschäft ziehen. Neben Tesco sind dabei die Pläne beim großen Konkurrenten Asda schon recht weit gediehen. Von fast allen Einzelhändlern werden Restaurants inzwischen nicht mehr als eine Art Nebenbetriebe der Supermärkte, sondern als eigenständiges, ertrag-versprechendes Geschäft im räumlichen Zusammenhang mit den Märkten gesehen.

Dabei wird auf Kunden gesetzt, die wegen der Restaurants kommen und schließlich vielfach auch noch etwas einkaufen statt jener Gäste, die primär einkaufen und dann vielleicht auch noch eine Tasse Kaffee trinken wollen.

Dazu aber bedarf es mehr als nur der bisherigen kleinen Restaurants, wie sie beispielsweise Tesco in Form der Costa-Cafés führt. Die neuen eigenen Restaurants sollen den Supermarkt-Kunden ein breites Spektrum besonders ansprechender Gerichte mit hohem Frische-Anteil bieten.

Peter Odrich

www.tesco.com

www.giraffe.net
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