Accor

Trennt sich von Chairman und CEO Denis Hennequin

Nach zweijähriger Amtszeit als Chairman und CEO von Accor, Europas größter Hotelgruppe, hat Denis Hennequin den Hut genommen. Am gestrigen Dienstag teilte Accor im Anschluss an eine Krisensitzung des Board of Directors mit, Hennequins Mandat sei mit sofortiger Wirkung beendet.

Der von ihm eingeschlagene strategische Kurs sei der richtige und bleibe unverändert, es sei jedoch erforderlich, die Implementierung der Strategie zu beschleunigen.

Hennequin, bis zu seinem Wechsel an die Accor-Spitze Europachef von McDonald's, ist bereits der dritte CEO des Hotelkonzerns binnen acht Jahren, der sich vorzeitig verabschieden musste.

Kaum sechs Monate nachdem sich im August 2005 die US-amerikanische Private-Equity-Gruppe Colony Capital mit 1,4 Mrd. US $ an dem Konzern beteiligt hatte, ging der damalige CEO Jean-Marc Espalioux überraschend von Bord. Sein Nachfolger Gilles Pélisson, Neffe des Accor-Mitbegründers Gérard Pelisson, verließ das Unternehmen Ende 2010 wegen 'strategischer Differenzen'. Unterdessen war mit Eurazeo im Jahr 2008 eine weitere Investorengruppe eingestiegen, die beiden Equity-Unternehmen halten gemeinsam französischen Medien zufolge 21 % der Anteile, sollen aber über deutlich mehr Stimmen im Board verfügen.

Vorübergehend übernimmt Yann Caillière, bisher COO, die Rolle des CEO, während Philippe Citerne, bisher Vize-Chairman, zum Chairman berufen wurde. Neuer Vize ist jetzt Sébastien Bazin, Europachef von Colony Capital.

Die in Paris ansässige Accor Gruppe ist mit Marken wie Sofitel, Novotel, Mercure in 92 Ländern der Welt vertreten, das Portfolio umfasst 3.500 Hotels mit 450.000 Zimmern. Weit über 70 % der Umsätze werden in Europa erzielt. Die Gruppe hatte für das Geschäftsjahr 2012 Nettoverluste von 599 Mio. € gemeldet (2011: 27 Mio. € Gewinn). Maßgeblich für den Einbruch war der verlustreiche Verkauf der US-Kette Motel 6.

www.accor.com


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