Dunkin’ Donuts

Will in Deutschland Gas geben

Das US-Unternehmen Dunkin’ Brands plant mit der Marke Dunkin’ Donuts – größtes Kaffee- und Bakery-Franchisesystem mit über 10.000 Units weltweit - einen Expansionsschub im deutschen Markt. Bereits bis Ende 2012 sind sechs neue Outlets angestrebt, und zwar aller Voraussicht nach im Raum Rhein-Main.

Hier seien Gespräche mit künftigen Franchisepartnern bereits weit fortgeschritten, sagte Nigel Travis, CEO Dunkin' Brands und Präsident Dunkin' Donuts, am gestrigen Dienstag in Frankfurt. Mittelfristig sollen jährlich insgesamt 10-15 Neueröffnungen hinzu kommen – als weitere Expansionsschwerpunkte vorrangig im Visier: München, Hamburg sowie Hannover.

Auch in Berlin und Nordrhein-Westfalen wird Dunkin’ Donuts künftig wieder zulegen. Die Expansion in beiden Großräumen liegt weiter in Händen des Franchise-Partners S&C International. Seit dem Debüt in Berlin im Jahr 1999 wuchs die Präsenz der Marke in der Hauptstadt auf aktuell 23 Betriebe, in NRW stehen 8 weitere.

Seit 2007 kam die Expansion faktisch zum Stillstand. Neueröffnungen einerseits, diverse Schließungen andererseits: netto ein Null-Wachstum bei der Betriebezahl. Nach Abschluss der Standort-Konsolidierung soll es ab sofort wieder vorwärts gehen. Travis betont, die bestehenden Stores verbuchten eine sehr positive Entwicklung der Same-Store-Sales, die zentralen Produktionskapazitäten von S&C stünden künftig auch anderen Partnern zur Verfügung.

Das Franchisnehmerprofil? Multi-Unit-Betreiber mit Foodservice-Erfahrung, operativer Einsatzbereitschaft und Markenbewusstsein – mindestens fünf, idealerweise 10 bis 20 Outlets sollten potenzielle Partner schultern können.

Je nach Fläche und Standort (bevorzugt frequenzstarke Innenstadtlagen und Verkehrslocations) kann ein Dunkin’ Donuts hierzulande in der Spitze bis zu 1 Mio. EUR Erlöse einspielen, Kioskformate liegen um einiges darunter. Travis nennt als groben Orientierungswert für ein durchschnittliches Outlet 500.000 bis 600.000 EUR. Investitionsseitig geht es je nach Format um 300.000 EUR aufwärts.

Den deutschen Markt stuft der gebürtige Brite mit reichlich Erfahrung in der internationalen Systemgastronomie, seit gut drei Jahren an der Spitze von Dunkin’ Brands, nicht nur seiner zentralen Lage in Europa wegen als strategisch bedeutsam ein („Gateway to Europe“). Neben der wirtschaftlichen Stärke des Landes berge die traditionelle Affinität der Deutschen zum Thema Backwaren spannende Perspektiven. Mehrere 100 Outlets hierzulande kann Travis sich denn auch unschwer vorstellen.

Bis auf weiteres aber zählt Deutschland zu den überschaubarsten Märkten von Dunkin’ Brands, ist Europa insgesamt das kleinste Territorium der seit Ende 2011 börsennotierten Franchise-Company mit systemweiten Umsätzen von zuletzt 8,3 Mrd. US $ in knapp 60 Ländern.

Mit der 1950 gegründeten Backwarenformel Dunkin’ Donuts und der Schwestermarke Baskin Robbins (Eiscreme) ist man europaweit, Russland und die CIS-Staaten eingerechnet, insgesamt etwa 400 Mal vertreten. Dagegen zählt Asien rd. 5.000 Outlets, vornehmlich im Südosten des Kontinents. Allein knapp 2.000 Units beider Marken sind in Südkorea zu finden.

Zählt Dunkin’ Donuts im Heimatmarkt 7.000 und international gut 3.000 Units, überwiegt bei Baskin Robbins das internationale Geschäft: Von knapp 6.800 Units stehen 2.500 in den USA, 4.300 auf internationalem Terrain. Allein Japan hat 1.100 Standorte vorzuweisen, stärkste Bastion in Europa ist Großbritannien mit rd. 80 Units.

Für Deutschland steht ein Markteintritt mit Baskin Robbins in absehbarer Zeit nicht zur Debatte, so Travis. Vielmehr hat die Entwicklung des Geschäfts mit Donuts & Bagels, Kaffee & Co. absoluten Vorrang. Wenn auch vorerst nicht auf der Agenda, kann sich der Chef von Dunkin' Brands hierzulande auf Sicht auch Freestander-Lösungen vorstellen: Wie die Amerikaner, seien schließlich auch die Deutschen bevorzugt mit dem Auto unterwegs und dem mobilen Konsum immer mehr zugetan.

www.dunkinbrands.com

www.dunkindonuts.com

www.dunkin-donuts.de

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