Wiener Backwaren-Kette

Anker setzt auf vegane Kost

Die Wiener Backwaren-Kette Anker mit 103 Filialen in Österreich und der Slowakei reagiert mit einem veganen Konzept auf die Wünsche ihrer Kunden. Ende Januar 2018 hat am Stephansplatz in Wien die erste rein vegane Anker-Filiale eröffnet.

Schon das grüne Design des Stores hebt sich deutlich vom gewohnten Dunkelrot der anderen Anker-Filialen ab: Die Wiener Backwaren-Kette hat ihre Filiale in der U-Bahn-Passage Stephansplatz nicht nur optisch umgewandelt, auch das Konzept ist neu. Denn seit dem 30. Januar 2018 werden dort ausschließlich vegane Produkte angeboten. Über 50 Artikel stehen zu Auswahl, darunter Brote und Brötchen, Feinbackwaren und Snacks, beispielsweise belegte Brötchen mit Hummus oder Tofu. Kaffeespezialitäten werden wahlweise mit Soja- oder Hafermilch zubereitet, die Kunden können die Waren im Gastraum mit rund 20 Sitzplätzen verzehren oder mitnehmen.

Die erste reine vegane Anker-Filiale hat in Wien eröffnet. Foto: Unternehmen
Archiv
Die erste reine vegane Anker-Filiale hat in Wien eröffnet. Foto: Unternehmen
Auch ein veganer Krapfen wird in der neuen Filiale angeboten. Er war 2016 Stein des Anstoßes für das neue vegane Konzept. „Wir bekamen immer wieder Anfragen von Kunden, ob wir nicht einen veganen Krapfen anbieten könnten. Diesem Wunsch haben wir entsprochen und die Resonanz war riesig“, so Gerd Trimmal, Marketing-Leiter bei Anker. Der vegane Krapfen, zu Deutsch Kreppel oder Berliner, wird mit Aprikosenmarmelade gefüllt, mit Puderzucker bestäubt und kommt gänzlich ohne tierische Produkte wie Eier oder Milch aus. Pünktlich zur Faschingssaison 2017 ging er in den Anker-Filialen an den Start.

Nach dem Erfolg des Krapfen testete Anker im November des letzten Jahres mit einem dreitägigen veganen Pop-up-Store in der Wiener Mariahilfer Straße den Markt weiter aus und führt nun mit dem dauerhaften veganen Store seine Bemühungen an ein vorläufiges Ende. „Der vegane Shop wird sehr positiv aufgenommen, die Besucher nehmen nun auch weitere Wege auf sich als früher, die Kundenfrequenz ist gestiegen“, so Gerd Trimmal. Vorerst solle es jedoch die einzige vegane Filiale der Kette bleiben.

Das Vorstoßen in den veganen Markt kann durchaus als Versuch der Kette gesehen werden, sich zu verjüngen und zu modernisieren. Seit September 2017 hat Anker eine neue Geschäftsführerin, Lydia Gepp, die sich als Nachfolgerin von Bernd Angel der Neuausrichtung und Expansion des mehr als 125 Jahre alten Unternehmens widmen soll.

Die Ankerbrot AG erzielte 2016 einen Gesamtumsatz von 99,9 Mio. €, wobei der EGT (Gewinn vor Ertragssteuer) bei -2,2 Mio. € lag. Im Rechenschaftsbericht des Anteilseigners Austro Holding werden die roten Zahlen vorrangig durch die Pleite der Supermarktkette Zielpunkt erklärt, die Handelskunde der Ankerbrot AG war.

www.ankerbrot.at
www.austro-holding.at

Henriette Nebling - Redaktion foodservice
stats