USA

Chipotle setzt Hygiene-Programm um

Mit einer Nachschulung seiner rund 50.000 Mitarbeiter in den USA versucht Chipotle das durch mehrere Hygiene-Skandale Verbrauchervertrauen wieder herzustellen. Rund 4 Stunden lang blieben deshalb alle mehr als 2.000 Restaurants der Marke am vergangenen Montag geschlossen, während die Mitarbeiter per Video über das neu implementierte Sicherheitskonzept informiert wurden. Den Kunden, die währenddessen vor verschlossenen Ladentüren standen, versprach das Unternehmen kostenlose Burritos.

Nachdem zahlreiche Gäste nach Besuchen in Chipotle-Restaurants in mehreren US-Bundesstaaten teilweise an schweren Magen-Darm-Infektionen erkrankten, geriet die Fast-Casual-Vorzeigemarke in den vergangenen Monaten ins Strudeln, die Erlöse brachen allein im Dezember um 30 % ein (lesen Sie mehr hier). Im Januar 2016 fielen die Umsätze erneut auf bestehender Fläche nocheinmal um 36 %. 

Gründer und CEO Steve Ells reagierte mit einer Hygiene-Offensive: Unter anderem wurden neue Maßnahmen implementiert, um die Sicherheit der verwendeten Lebensmittel in Zukunft zu garantieren. Ab sofort soll jedes Restaurants in einem wöchentlichen Rhythmus von eigenen und externen Kontrolleuren überprüft werden. Die Bezahlung des lokalen Managements sollen in diesem Jahr wesentlich von den Ergebnissen dieser Audits abhängen. Strengere Regeln gelten auch für die Lieferanten, die meisten davon lokale Farmen, denen Ells im Rahmen einer Local Grower Support Initiative 10 Mio. Dollar für die Umsetzung des Programms zur Verfügung stellen will.

Pünktlich zur vorübergehenden Schließung der Restaurants wurde außerdem eine neue Website lanciert. Dort werden die Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit ausführlich erklärt.

Laut seinem Jahresbericht warnt das Unternehmen vor weiteren Herausforderungen in diesem Jahr, formuliert aber auch die Hoffnung, dass sich die Umsätze nun wieder erholen werden, nachdem die Gesundheistbehörde den E.coli-Ausbruch in einigen Chipotle-Restaurants für beendet erklärt hat. "Wir werden das Verbrauchervertrauen erst zurück gewinnen müssen."

Die Krise habe das Unternehmen rund 16 Mio. Dollar gekostet, unter anderem für weggeworfene Lebensmittel, ausrangierte Küchengeräte, Forderungen von Versicherungen, höhere Marketingausgaben, Laboranalysen und Gutachten. Darüber hinaus fiel der durchschnittliche Umsatz der Restaurants wegen der Skandale in den letzten zwei Monaten des Jahres 2015 um 0,05 Mio. Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Trotz deutlicher Preiserhöhungen wuchs der Umsatz auf bestehender Fläche im Gesamtjahr nur um 0,2 %. 

Dank 229 Neueröffnungen schloss die Marke das Jahr 2015 dennoch mit einem Gesamtplus von 9,6 % und Erlösen von 4,5 Mrd. US-Dollar ab. Deutlich schlechter allerdings die Zahlen für das vierte Quartal: Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 % auf 997,5 Mio. Dollar, auf bestehender Fläche betrug das Minus 14,6 %. 

"Wir werden alles geben, um das Sicherheitsprogramm umzusetzen", verspricht Steve Ells. "Zusammen mit unserer starken Food-Kultur wird es das Risiko einer erneuten Gefährdung unserer Gäste so weit wie möglich gegen Null bringen und Chipotle so zu einem der führenden Unternehmen in punkto Lebensmittelsicherheit machen." Außerdem sollen 2016 weitere rund 230 neue Restaurants eröffnet werden. 

www.chipotle.com

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