Brexit

D&D London goes Europe

Der Brexit wirft seine Schatten voraus: Die D&D-Gruppe, die sich mit einer beachtlichen Reihe von Fine-Dining-Einzelkonzepten bisher vornehmlich auf der Insel einen Namen gemacht hat, spürt die Folgen des drohenden EU-Ausscheidens und schaut sich deshalb auf der anderen Seite des Kanals um.
 
Derzeit sind zunächst Amsterdam und Lissabon im Visier, wobei es für Amsterdam schon recht konkrete Pläne zu geben scheint: „We’re looking at something quite seriously in Amsterdam. It’s not a done deal, but if that happens it will be a project for next year”, erzählte Chairman and CEO Des Gunewardena dem Daily Telegraph. D&D hat über dreißig Luxus-Restaurants, die fast alle in London zu finden sind. Ansonsten stehen zwei im britischen Leeds, zwei in Tokyo, eins in New York, und in Europa sind sie mit dem Alcazar bereits in Paris vertreten. Die weitere Expansion ins Ausland – auch Dubai ist im Gespräch – soll die Abhängigkeit von britischem Kapital verringern, auch wenn Gunewardena glaubt, der Markt in London sei „still good for many years“. Der Monat Juni jedenfalls war seiner Beschreibung nach für die Fine-Dining-Restaurants ein „absolutely terrible month“  - sowohl in der Unsicherheit vor der Brexit-Abstimmung als auch in Tagen und Wochen danach. Gerade die Firmenkunden seien sehr vorsichtig mit Ausgaben gewesen – und sie sind besonders wichtig für Sites wie das Coq d’Argent in der Square Mile und Le Pont de la Tour in der Nähe der Tower Bridge. Gunewardena versteht sich und seine Restaurants als gutes Barometer für die Befindlichkeiten der Stadt und stellt fest, dass die Reservierungen so langsam wieder zunehmen.
 
Vor zehn Jahren gründeten er und sein Geschäftspartner David Loewi nach einem Buy-Out aus der Conran-Gruppe die D&D London. Heute besitzt und betreibt das Unternehmen 35 Restaurants, davon zwei mit Michelin-Stern und ein Hotel. D&D hat aggregierte Umsatzerlöse von über 100 Mio. Pfund und beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter.

 
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