Dänemark schafft Fettsteuer wieder ab

In den vergangenen zwölf Monaten mussten die Dänen tiefer in die Taschen greifen, wenn sie Pizza, Pommes oder Schokolade schlemmen wollten. Das von der Regierung erhoffte Umdenken hin zu einem gesünderen Essverhalten hat jedoch nicht stattgefunden. Nun soll die Fettsteuer wieder fallen.

Die Bilanz der Fettsteuer fällt nach einem Jahr negativ aus. Nicht nur blieb der erwünschte Effekt aus – die Dänen schwenkten nicht von Fertiggerichten auf Salat um – zusätzlich seien den Lebensmittel-Produzenten durch die Steuer hohe Kosten entstanden und Umsätze entgangen. Und damit würden Arbeitsplätze in Dänemark gefährdet, erklärte Steuerminister Holger Nielsen in Kopenhagen.  So haben die Dänen ihre Einkäufe – wann immer möglich – ins Ausland verlegt. Einzelhändler-Verbände hatten bereits vor der Einführung der Steuer vor komplizierten Berechnungen und dem Abwandern der Kunden nach Schleswig-Holstein gewarnt.

Die Einführung der Steuer hatte vor einem Jahr international Beachtung gefunden. Rückendeckung bekam Dänemark unter anderem von der Uno. Frankreich führte ein Vierteljahr später eine ‚Cola-Steuer‘ ein und denkt aktuell über eine ‚Nutella-Steuer‘ nach, die Schokocremes, Riegel und Kekse verteuern soll. In Dänemark hingegen scheint nun auch die geplante ‚Zucker-Steuer‘ vom Tisch zu sein.  Zunächst aber will die dänische Mitte-links-Minderheitsregierung die von der konservativen Vorgängerregierung im Oktober 2011 eingeführte Fettsteuer streichen. Pro Kilogramm gesättigter Fettsäuren fällt derzeit eine Steuer von 16 Kronen (2,15 €) an.
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