Genf

Food Trucks – Pilotprojekt auf gutem Weg

Die Stadt Genf/Schweiz hatte ein Pilotprojekt lanciert, das sechs Food Trucks an sechs Standorten vorsieht. Die Betreiber ziehen nach den ersten Monaten eine positive Bilanz. „Wir sind froh, dem Winter standgehalten zu haben“, sagte Séverin Bevarel, Mitbegründer der Brooklyn Kitchen.

„Unseren Campingwagen AirStream haben wir in Arizona gekauft“, erzählt er. Eine nicht zu unterschätzende Investition: „Zwischen 50.000 und 100.000 sfr“, sagte der Schauspieler und heutige Restaurateur, ohne die genaue Summe zu nennen. „Aber das gehört zu unserem Konzept: in einem original-amerikanischen Wohnwagen der 60er Jahre eine Tex-Mex-Küche von Qualität zu servieren.“

Auch für Deborah Klaiber ist das Projekt Food Truck eine neue Erfahrung. Die ehemalige Studentin der Hotelfachschule in Lausanne (EHL) befindet sich an der Spitze von Debi’s Kitchen. „Ich hab‘ mein Dreirad in Turin bestellt. Ich erhielt es innert drei Monaten für 35.000 sfr. – Küche inbegriffen.Nach den ersten sechs Monaten bin ich wunschlos glücklich. Man hat mir gesagt, es sei ein harter Job was auch zutrifft. Ich habe noch nie so viel gearbeitet und dabei so wenig verdient. Aber es funktioniert. Je nach Standort und Wetter kann ich pro Tag zwischen 40 und 60 Portionen servieren. Die Kunden kommen wieder. Die Treuekarte funktionier gut.“ Ein Gericht kostet 15 sfr. Und wie die meisten ihrer Berufskollegen bietet sie ihren Food Truck auch für spezielle Abende oder Wochenenden an.

Guillaume Janin von A Table betreibt zusätzlich zwei Pasta-Lokale in Genf: „Der Food Truck und die Take-aways ergänzen sich bestens.“ Die Betriebe können sich gegenseitig bewerben. Dennoch bleibt das Geschäft eine Herausforderung: „Wir führen ein regerechtes Zigeunerleben“, erklärt Janin. „Es ist schwierig, einen Standort zu finden, man darf den Truck nicht einfach irgendwie draußen aufstellen und man muss die Leute überzeugen können.“ Das Pilotprojekt von Genf sei daher ein Glücksfall: Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktionier sehr gut, und die Food Trucks erhalten einen Standplatz im Zentrum.

Ende Februar fand in Zürich zum zweiten Mal ein Street Food-Festival mit rund 30.000 Besuchern statt, bei dem über 70 Marktstände und Food Trucks ihre Spezialitäten anboten. Am Osterwochenende fand in Bern zudem das erste Food Truck-Festival der Schweiz statt. Unter den 30 Anbietern befinden sich auch Restaurants mit einem fixen Standort, wie etwa Palestine Grill öder Gärtnerei.

www.genevafoodtrucks.yolasite.com

Quelle: Gastro Journal, Nr. 14 vom 2. April 2015

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