Brüssel

Internationales Experten-Netzwerk diskutiert

In Brüssel fand das zweite von sechs „Policy Labs“ des IPES Food (International Panel of Experts on Sustainable Food Systems) statt, das sich mit dem Gesamtkomplex „Lebensmittel“ in der EU beschäftigte. Ziel der Treffen am Runden Tisch ist eine geläufige und allgemein gültige Lebensmittel-Richtlinie für gesundheitsfördernde Ernährungsformen innerhalb der EU.

Eingebettet ist das „Policy Lab“ in einen dreijährigen partizipativen Prozess aus Forschung und bürgerschaftlichem Engagement.Auch Prof. Dr. Carola Strassner, Expertin für Nachhaltige Ernährung an der Fachhochschule Münster und geschäftsführende Gesellschafterin von a’verdis,  vertrat TP Organics (engl. European Technology Platform für organic food & farming research), eine Plattform, die Forschungsprioritäten des Bio-Sektors bündelt und der Politik vermittelt. „Um auf einer gemeinsamen Ebene diskutieren zu können, brauchen wir zunächst eine faire Basis zum Vergleich der Lebensmittelkosten unterschiedlicher Ernährungssysteme. Bei Bio-Lebensmitteln sind die Kosten internalisiert, bei konventionellen Lebensmitteln in der Regel externalisiert“, so Prof. Dr. Carola Strassner.

Die Sichtweise des IPES auf das Ernährungssystem nimmt den Fokus weg von der alleinigen Verantwortung des Individuums und richtet ihn weiter aus. Das Lebensmittel-Umfeld in der EU sei heute viel stärker geprägt durch die gemeinschaftlichen, ökonomischen, politischen und soziokulturellen Gegebenheiten eines Landes. Viele Verbraucher wünschen sich gesunde und nachhaltig erzeugte Lebensmittel – es wird ihnen aber vielfach leichter gemacht, nährstoffarme und kalorienreiche Varianten zu wählen. Für das IPES hat die öffentliche Politik einen entscheidenden Einfluss darauf, diesen Sachverhalt umzukehren. „Die Maßnahmen, die ein gesundes Lebensmittelumfeld fördern, müssen mit den vorhandenen Maßnahmen zur Entwicklung des gesamten Ernährungssystems koordiniert und abgestimmt werden – und zwar auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene sowie von gewerblichen Strategien bis hin zu steuerlichen Anreizen“ sagt Olivier De Schutter, Co-Vorsitzender der IPES Food (Anm.: aus dem Englischen übersetzt). Das Projektkonzept ist unter folgendem Link für alle Interessierten abrufbar: http://www.ipes-food.org/images/Reports/CFP_ConceptNote_May2016.pdf.
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