New York City erwägt Verbot von Transfetten

Das Gesundheitsamt der Stadt New York plant ein Verbot von Transfettsäuren in Restaurants, da diese im Verdacht stehen, lebensgefährliche Herzkrankheiten auszulösen. Vorgesehen ist, den Anteil der die Arterien verstopfenden Fette auf höchsten 0,5 g pro Gericht zu begrenzen. Eine seit 2002 laufende Kampagne, mit der die über 20.000 Restaurants der Stadt dazu gebracht werden sollten, freiwillig auf Transfette zu verzichten, sei gescheitert, so die Begründung der Behörde.

„Transfette im Essen sind ähnlich gefährlich wie Blei in Farbstoffen“, erklärte der Gesundheitsbeauftragte Thomas Frieden. „Sie können durch gesündere Fette ersetzt werden, ohne dass sich die Kosten oder der Geschmack des Essens verändern.“ Vor allem Margarine, Fast Food, Kekse, Kuchen und andere Backwaren enthalten häufig die so genannten Transfettsäuren, die entstehen, wenn Öl teilweise hydriert wird und die Haltbarkeit der Produkte verlängern.

Forschungen haben ergeben, dass sie außerdem den kritischen Cholesterinwert im Blut erhöhen. Amerikaner konsumieren im Durchschnitt 6 g Transfette pro Tag, eine Fast-Food-Mahlzeit kann bis zu 10 g oder mehr enthalten. Mehr als 60 % der Amerikaner sind übergewichtig, 30 % gelten als fettleibig. Die Bewohner New Yorks konsumieren mehr Restaurant- und Take-Away-Mahlzeiten als die meisten anderen Amerikaner. Gleichzeitig verzeichnet die Stadt eine hohe Zahl von Herzerkrankungen. Vor drei Jahren verbot die Stadt gegen den Widerstand der Branche das Rauchen in Restaurants – mehrere andere Städte folgten.

New York wäre auch die erste Großstadt in den USA, die den Einsatz von Transfetten in Restaurants begrenzt. Betroffen wäre die gesamte Bandbreite der Foodservice-Industrie der Stadt und das Verbot könnte Vorbildfunktion für andere Städte haben. Chicago plant offenbar bereits ein ähnliches Gesetz für Restaurants mit mehr als 20 Mio. $ Jahresumsatz.

Die Pläne der Gesundheitsbehörde stießen bei der New York City Restaurant Association auf Kritik. Sie befürchtet, der Verzicht auf Transfette werde zu höheren Kosten und verändertem Geschmack der Produkte führen. Transfette ermöglichen es z.B., Frittierfett länger zu verwenden.

Verschiedene Restaurant-Ketten, darunter Wendy’s, Starbucks und Subway, haben dagegen angekündigt, Transfette weitestgehend aus ihren Rezepte zu verbannen. McDonald’s sei ebenfalls bemüht, Lösungen für eine Reduktion zu entwickeln, so ein Sprecher. Der Gesetz, über das im Dezember entschieden werden soll, würde Restaurants sechs Monate Zeit geben, ihre Rezepte auf andere Fette umzustellen. Außerdem müssten mehr Restaurants Kalorienangaben in ihre Speisekarten aufnehmen.

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