McDonald’s

Schwieriger Start für Easterbrook

Mit Beginn des Monats März hat der Brite Steve Easterbrook in Oak Brook das Amt als President und CEO angetreten – erstmals in der Geschichte von McDonald‘s rückt damit ein Europäer an die Spitze der Company. Den 48-Jährigen erwartet keine leichte Aufgabe.

Nicht nur hatte McDonald’s 2014 die schlechteste Entwicklung seit drei Jahrzehnten zu verbuchen, auch das neue Jahr verheißt global noch keine Besserung. Obendrein wurden just wenige Tage vor Easterbrooks Amtsantritt zweifelhafte Steuerpraktiken von McDonald’s in Europa ruchbar – alles ganz legal, aber ein Schlag ins Kontor für das Ansehen der Marke.

Die Rede ist von gut 1 Mrd. €, die McDonald’s durch Steuertricks an den europäischen Steuerbehörden vorbeigeschleust haben soll. Der Konzern habe durch sogenannte Steueroptimierung zwischen 2009 und 2013 erhebliche Summen eingespart, so die Kritik mehrerer internationaler Gewerkschaftsverbände. Demnach flossen Lizenzgebühren von McDonald’s-Restaurants an eine Tochtergesellschaft in Luxemburg, wo bekanntlich vergleichsweise wenig Steuern anfallen. Konkret soll die dortige Tochter, die gerade mal 13 Mitarbeiter beschäftigt, binnen 5 Jahren Umsätze von 3,7 Mrd. € ausgewiesen und dafür lediglich 16 Mio. € Steuern bezahlt haben.

Von den Manövern soll vor allem der französische Fiskus betroffen gewesen sein. Ihm seien zwischen 386 und 714 Mio. € Steuereinnahmen entgangen. Die Verbände appellierten an die EU-Kommission und die nationalen Steuerbehörden, das Finanzgebaren von McDonald's genau unter die Lupe zu nehmen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

McDonald's erklärte, man halte sich an geltendes Recht und zahle in jedem Land die dort anfallenden Steuern.

Die häufig geübte Praxis internationaler Konzerne, ihre Steuerlast durch Ausnutzung günstigerer Steuergesetze in bestimmten Ländern Europas zu vermindern, ist als solche durchaus legal, sorgt in der Öffentlichkeit jedoch immer wieder für Unmut. Mit Starbucks war zuletzt in Großbritannien ein weiterer prominenter Name aus dem Bereich Foodservice wegen des Übertrags von Umsätzen an eine Schwestergesellschaft in den Niederlanden Ende 2012 in die Kritik geraten.

Unterdessen überprüft die EU-Kommission die Steuersysteme in Luxemburg, Irland, Belgien und den Niederlanden. Es geht um die Frage, ob die vier Staaten Großkonzernen auf Kosten anderer EU-Staaten Steuererleichterungen einräumen und damit gegen das geltende europäische Wettbewerbsrecht verstoßen.

McDonald's zählt aktuell in Europa rd. 7.900 von weltweit gut 36.000 Outlets in rd. 120 Ländern. Knapp 30 % der globalen System Sales in Höhe von 87,8 Mrd. $ und stattliche 41,2 % des Operating Income der Muttergesellschaft (weltweit: 7,9 Mrd. $) wurden 2014 in Europa erwirtschaftet.

Für 2014 hat der gastronomische Weltmarktführer erstmals seit Jahrzehnten weltweit leicht rückläufige Erlöse gemeldet. Die systemweiten Umsätze fielen um 1,5 % auf knapp 87,8 Mrd. $. 

Die Zahlen für Januar weisen weltweit weiter rückwärts, vor allem bedingt durch die anhaltende Schwäche der Marke in Asien (Lebensmittelskandale in Japan und China). Auf vergleichbarer Fläche gingen die globalen Erlöse deswegen um 1,8 % zurück. Freuen kann sich Easterbrook immerhin über die leichte Erholung der Same-Store-Sales im Heimatmarkt USA und in Europa mit einem Plus von 0,4 bzw. 0,5 %.

www.mcdonalds.com


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