UK/Brexit

Tourismusverband appelliert an May

Der britische Tourismus-Verband UKinbound hat an Premierministerin Theresa May appelliert, im Zuge des von ihr angestrebten 'harten' Brexits ein Einwanderungssystem zu schaffen, das die Bedürfnisse des Gastgewerbes im Königreich berücksichtigt. Auch für den Handel mit Waren und Dienstleistungen müssten Regelungen getroffen werden, die die Zukunft der Branche sichern.

Nach der Rede Mays zu ihren Brexit-Plänen in der vergangenen Woche ist klar, dass die britische Regierung einen Ausstieg Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt sowie der Zollunion anstrebt. Ziel ist unter anderem, die Zahl der Einwanderer aus der EU zu begrenzen. Man wolle aber, so May, weiterhin die hellsten Köpfe anziehen, die im Vereinigten Königreich arbeiten oder studieren wollen."

In Großbritannien stammen 43 Prozent der Angestellten in der Gastronomie und Hotellerie aus anderen Ländern. Auch bezieht die Branche einen großen Anteil ihrer Produkte aus dem Ausland. UKinbound drängt deshalb die Premierministerin, dafür zu sorgen, dass Großbritannien "ein blühendes, tolerantes und global handelndes Land" bleibe.

Prognosen der NPD Group sehen für den (unwahrscheinlichen) Fall eines 'Soft Brexit' für die Gastronomie in Großbritannien ein Frequenzwachstum von 0,4 % im Jahr 2017 und 1,8 % im Jahr 2018 voraus. Im Falle eines 'Hard Brexits' erwarten die Marktforscher einen Besuchsrückgang von 0,2 % 2017 und ein Wachstum von nur 1,3 % im nächsten Jahr.  

UKinbound-CEO Deirdre Wells: "Die Regierung muss eine Vereinbarung treffen, die es uns ermöglicht, weiterhin Güter und Dienstleistungen zu beziehen, ohne dass unsere Kosten steigen. Das heißt: Es muss kostengünstige Handelsbeziehungen mit Ländern außerhalb der EU geben sowie einen weiterhin zollfreien Handel mit Europa."

"Darüber hinaus muss ein flexibles Einwanderungssystem installiert werden, das die Bedürfnisse von Unternehmen berücksichtigt. Dazu gehört auch eine Vereinfachung der Erteilung von Touristenvisa", so Wells weiter. 

Wells zeigte sich enttäuscht, dass das Vereinigte Königreich den europäischen Binnenmarkt verlassen wird. Der Verband, dem 370 Unternehmen aus der Tourismusbranche angehören, werde aber weiterhin eng mit der Regierung zusammenarbeiten, um die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten. 

www.ukinbound.org

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