Trend Town Kopenhagen – Anleitung für Restaurant-Studienreise

11 Tipps für eine self-guided Study Tour. Was sich hier im Herzen Dänemarks in den letzten 5 – 10 Jahren entwickelt hat, bezeichnen viele als eine Food- bzw. Restaurant-Revolution.
Kopenhagen – das Venedig des Nordens versteht sich aktuell als kulinarische Metropole Skandinaviens. Die Michelin-Tester vergaben jüngst insgesamt 14 Sterne an 13 Restaurants in der dänischen Hauptstadt. Damit liegt sie unangefochten vor Stockholm, Oslo und Helsinki.


Getragen wird der große Fortschritt von diversen Elementen:

  • Die skandinavischen Regierungen, vorneweg die dänische, investieren hochgradig in Köche und Gastronomie als touristische Anziehungspunkte und Schwergewichte. Millionen werden für die Unterstützung junger begabter Kochtalente ausgegeben – und es funktioniert. Weltweite Resonanz, unter anderem auf ‚Best-of’-Nachrichten aus der kulinarischen Spitze. In Kopenhagen gibt es eine Organisation mit der hauptsächlichen Aufgabe, die kulinarische Szene mit ihren Talenten zu fördern: The Food Organisation of Denmark. Sie steht beispielsweise auch hinter dem größten Food Festival Skandinaviens in Aarhus – 7. bis 9. September 2012.

www.thefoodproject.dk

Sowohl Konzerne als auch Privatleute finanzieren Food – ein wirklich visionärer Ansatz.

  • Claus Meyer ist der ganz große kulinarische Macher in Kopenhagen. Er steht für Kochbücher, Fernsehserien, Food-Forschung (Nordic Food Lab), Gastro-Partnerschaften und und und. Ein kulinarischer Trendsetter, Lehrer, Professor, Multi-Unternehmer. Ein Star. Und Motor des New Nordic Cuisine Movements, das sich über die komplette Wertschöpfungskette erstreckt –Landwirtschaft, Naturschutz, nachhaltige Produktion, neue kulinarische Nordic-Identität (regionales Bekenntnis).
Der knapp 50-Jährige, Mehrheitsgesellschafter vom Restaurant Noma, das er im Herbst 2003 gemeinsam mit dem dänischen Spitzenkoch René Redzepi in einem restaurierten Hafenspeicher im Kopenhagener Stadtteil Christianshavn begründet hat, ist das Epi-Zentrum der nordischen Küchen-Revolte. Nach der Schließung von ‚El Bulli’ in Spanien (diverse Jahre ‚The World’s Best Restaurant’) kam die Zeit fürs Noma. Niemand hätte Mitte der Nuller-Dekade mit diesem radikalen Wechsel gerechnet.
Für Interessierte hier der Link zu einem guten Interview mit Claus Meyer in der Welt am Sonntag im Herbst 2011: Der Pate der nordischen Küche.

  • Das Noma (2 Sterne) wurde 2012 zum dritten Mal in Folge zum besten Restaurant der Welt gewählt. Spitzenkoch René Redzepi und sein Team haben Kopenhagen für Food-‚Verrückte’ zu einem Spitzenplatz gemacht. Sie stehen synonym für das neue Food-Selbstverständnis der nordischen Region in Europa. Natürlich & nachhaltig, experimentell & regional. Mega-PR für die Stadt und auch das Land. Ein touristischer Volltreffer. Wohlgemerkt, den Allerwenigsten gelingt es, einen Platz im Noma zu ergattern. Es zählt weniger als 50 Sitzplätze, die zweimal pro Tag verkauft werden können. Bitte, bitte nicht enttäuscht sein, auch Barack Obama hat es bei einem Spontanbesuch in Kopenhagen nicht geschafft, hier zu dinieren.

www.noma.dk

  • Weitere Sterne-Botschafter: Rasmus Kofoed, Gewinner des Bocuse d’Or. Der Sieger des Wettbewerbs darf sich ‚bester Koch der Welt’ nennen. Kofoed steht im Restaurant Geranium (Eröffnung Herbst 2010) am Herd. Last but not least: Zum ersten Mal in Dänemark überhaupt erhielt mit Den Røde Cottage ein von einer Frau geführtes Restaurant einen Stern. Die 34 Jahre alte Anita Klemensen kocht hier zusammen mit ihrem Kollegen Lars Thomsen.

Also nichts wie los gen Kopenhagen: Warum?
Um eine wichtige europäische Entwicklung ins Auge zu fassen, Ideen zu räubern und neue nachhaltig orientierte Energie zu generieren.

Hier elf sehenswerte Konzepte/Restaurant-Tipps – eine Auswahl, die sich schnell vergrößern lässt. Je nach Interessenlage und Zufall.
1,5 – 2 Tage reichen aus, um das Wichtigste zu sehen.
Im Sommer ist das Fahrrad bestes Transportmittel in der Stadt (großes Vergnügen!) und zum Wohnen gibt es reichlich wunderschöne Hotels mit dem weltberühmten dänischen Design. Hier eine gute Adresse:

Hotel Kong Arthur
Brochner Hotels A/S
Nørre Søgade 11
1370 Copenhagen
Fon 0045.33 11 12 12

www.kongarthur.dk
www.brochner-hotels.dk

Self-Guide Kopenhagen

1. Torvehallerne: Markthalle auf Premium-Niveau
Food- und Foodservice-Experience at its best.
Ziemlich neu und viel gelobt.
Hauptsächlich regionale Produkte und Anbieter.
Ästhetische Warenpräsentation.
Im Sommer auch viele Außensitzplätze.

Torvehallerne
Frederiksborggade 21
1360 Kopenhagen

www.torvehallernekbh.dk

2. Aamanns (Adam Aamann)
Der nordische Klassiker Smorrebrod modern interpretiert.
Es gibt reichlich Anbieter in der Stadt, dieser ist absolut angesagt.
Jüngst eröffnete ein Ableger in NYC.
Tolles Angebot, Lunch-Tipp!

Aamanns
Oster Farimagsgade 4, 10 & 12
2100 Kopenhagen

www.aamanns.dk

3. Sticks’n’Sushi
Eines der erfolgreichsten dänischen Restaurant-Konzepte,
10 Outlets in Kopenhagen, erster Standort in London.
Je nach Lage kann das Konzept alles abdecken, von Take-away
bis Fine Dining. Top-Sortiment (Sushi, Hot-Sticks,
Asia-Salate & Co.). Top-Qualität, Top-Ästhetik.
Unternehmer Kim Rahbek Hansen hat japanische Mutter und
dänischen Vater. Ausgehplatz am Abend:

Sticks’n’Sushi
Hotel Tivoli
Arni Magnussons Gade 2
1577 Kopenhagen

www.sushi.dk

4. Meyers Bageri
Teil des Imperiums von Noma-Mitbegründer Claus Meyer.
Handwerkliche Bäckerei, beispielhaft für den Aufschwung
hochwertiger Produkte (alte nordische Getreidesorten,
langsame Teigführung). Mehle & Brote sind ein wichtiger Teil
der Food-Revolution Dänemarks. Artisan-Selbstverständnis.
Leidenschaftliche Bäcker. Zwei Standorte in der Stadt.

Meyers Bageri
Store Kongensgade 46
1264 Kopenhagen

Jaegersborggade 9,
2200 Kopenhagen

www.meyersdeli.dk

5. The Coffee Collective
Idealistisches Konzept mit frisch geröstetem Kaffee.
Spitzenqualität.
In der Straße Jægersborggade gibt es eine größere Zahl
hipper Konzepte von jungen Unternehmern,
die sich hier bei niedrigen Mieten angesiedelt haben.
Angesagte Subkultur.

The Coffee Collective
Jægersborggade 10
2200 København N

Store auch in Torvehallerne.

www.thecoffeecollective.dk

6. Mash – top Steakhaus
Die Sache des größten dänischen Fleischanbieters und
eines Kochs auf Michelin-Sterne-Niveau. In-Place.
Jüngst Eröffnung von Konzept-Ableger am
Flughafen von Kopenhagen.

Mash
Bredgade 20
1260 Kopenhagen

www.mashsteak.dk

7. Joe & the Juice
Profitable Saftbarkette mit über 10 Units in Kopenhagen
und mehr als 20 in Dänemark. 2011 Start in London.
Unternehmer Kaspar Basse ist Quereinsteiger.
Lifestyle-Formel. Kluge Produktsystematik mit Äpfeln als Basiszutat.
Effektstarke Präsentation.
2012 Expansionsvorstoß nach Deutschland,
erste drei Standorte in Hamburg.

Joe & the Juice
Sværtegade 2
1118 Kopenhagen

www.joejuice.com

8. 42°RAW
Gründer Jesper Rydahl setzt konsequent auf pflanzliche Produkte,
möglichst wenig denaturiert. Ohne Zucker, Farbstoffe etc. und
bis maximal 42° C erwärmt. Ein Weltveränderer-Konzept.
Piloteinheit in Kopenhagen, erste Multiplikation in London
(in Partnerschaft mit Kofler & Kompanie).

42°RAW
Pilestræde 32
1112 Kopenhagen

www.42raw.com

9. Restaurant Radio
Das Bistro vom Noma.
Skandinavische Küche – neu, natürlich, nachhaltig.
Kleines Fullservice-Restaurant, kulinarisch hohes Niveau.
Unternehmer sind Claus Meyer & Partner.

Radio
Julius Thomsens Gade 12
1632 København V

www.restaurantradio.dk

10. Mikkeller Beer Bar

Gastronomischer Endpunkt einer Hausbrauerei.
Micro Breweries sind in Kopenhagen/Dänemark
ein großes Trendthema. Der Carlsberg-Konzern ist Teil der Bewegung.
Spannende Experimente mit Zutaten, Glasgrößen und –formen,
Interior und Vergnügen.
Insgesamt zählt Dänemark heute 180 Micro-Breweries,
vor zehn Jahren waren es 18.


Mikkeller Beer Bar
Viktoriagade 8 BC
1655 Kopenhagen

www.mikkeller.dk

11. Kødbyens Fiskebar
Exzellente Fischgerichte in relaxter Atmosphäre zu erschwinglichen
Preisen. Das Restaurant liegt mitten im Meatpacking District, dem Ex-Schlachterviertel. Hier haben sich in den letzten Jahren vor allem
Kreative + Künstler breit gemacht. Tolle Gegend zum Stöbern
(Shops, Galerien, Foodservice-Konzepte).

Kødbyens Fiskebar
Flæsketorvet 100
1711 Kopenhagen

www.fiskebaren.dk

Siehe auch Bildgalerie Trend-Town Kopenhagen - über 300 Fotos mit Schwerpunkt der genannten elf Adressen.



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