UberEATS

Verliert seinen EMEA-Chef

Jambu Palaniappan, seit Mitte 2016 an der Spitze des rasch wachsenden Food-Delivery-Geschäfts von Uber in Europa, verlässt zum Jahresende das Unternehmen, dem er seit 2012 in wechselnden Führungspositionen angehörte, um sich künftig im Bereich Venture-Kapital zu engagieren. Er war maßgeblich an der weltweiten Expansion von Uber und UberEATS beteiligt. Der Lieferservice agiert heute in 200 Städten rund um den Globus.

Schon bald nach seinem Start bei Uber war der im Silicon Valley aufgewachsene Sohn indischer Eltern im Juni 2013 mit der Verantwortung für die Expansion im EMEA-Raum und Indien betraut worden, Anfang 2014 folgte die Berufung zum Regional Manager EMEA, Mitte 2016 übernahm er die Führung von UberEATS in Europa, dem Mittlerem Osten und Afrika. Zum damaligen Zeitpunkt war der Lieferdienst erst in einer überschaubaren Zahl von Städten vertreten. Der britische Infodienst Business Insider UK zitiert ein internes Statement, wonach EMEA Eats unter Palaniappan bis heute um das 18-Fache gewachsen sei. Noch in diesem September war der Manager als Top-Speaker beim European Foodservice Summit von FoodService Europe & Middle East/GDI in Zürich aufgetreten.

Weltweit ist UberEATS heute mit mehr als 14.000 Restaurant-Partnern in 30 Ländern unterwegs. Nach einem Bericht der Financial Times vom Oktober dieses Jahres ist ein Delivery-Umsatz von rd. 3 Mrd. $ für 2017 in Sicht. Diese Zahl wurde von UberEATS allerdings nicht bestätigt, ebenso wenig wie die Behauptung, dass UberEATS in mehr als 80 % der lokalen Märkte bis dato unprofitabel operiert. Das dürfte aber für andere Player im als höchst perspektivenreich eingestuften und entsprechend hart umkämpften Markt, den inzwischen auch digitale Übergrößen wie Amazon (mit Amazon Restaurants) und Facebook für sich entdeckt haben, nicht unbedingt besser aussehen.

Palaniappan ist nicht der erste Spitzenmanager, der Uber in jüngster Zeit den Rücken gekehrt hat. Erst Mitte des Jahres war Gründer und CEO Travis Kalanick zurückgetreten, dies allerdings offenbar nicht ganz freiwillig. Sein Einfluss, heißt es, sei dank seiner Stimmrechte jedoch nach wie vor erheblich.

Zudem steht nach einem soeben ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) das Geschäftsmodell von Uber zumindest in Europa auf der Kippe. Für UberEATs kann das insofern Konsequenzen haben, als sich der Lieferdienst zumindest teilweise in den lokalen Märkten auf die Ressourcen der Mutter stützt. Die Luxemburger Richter haben entschieden, dass Ubers Vermittlung von privaten Fahrern für die Personenbeförderung als Verkehrsdienstleistung einzustufen sei. Damit wird der Taxi-Konkurrent mit herkömmlichen Taxi-Unternehmen gleichgestellt, die ganz anderen Auflagen unterliegen als (bisher) die für Uber tätigen Fahrer.

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