Glyphosat

Vorerst keine Zulassungsverlängerung

Die Entscheidung, ob der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat weiterhin eingesetzt werden darf, bleibt vorerst offen. Die EU-Staaten haben sich nicht auf eine Verlängerung der Zulassung in Europa einigen können. Die geltende Zulassung des weitverbreiteten Herbizids läuft Ende des Monats aus. In Deutschland wird Glyphosat diversen Quellen zufolge auf rd. 40 % der Ackerflächen eingesetzt.

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen, allerdings liegen dazu gegensätzliche Studien bzw. Gutachten vor. Auf die Seite der hiesigen Glyphosat-Befürworter haben sich bekanntlich die Unionsparteien geschlagen, während Regierungspartner SPD den weiteren Einsatz der Substanz angesichts möglicher Gesundheitsgefahren ablehnt.

Zur Abstimmung gestellt hatte die EU-Kommission nunmehr einen Vorschlag, demzufolge die erneute Glyphosat-Zulassung auf 12 oder 18 Monate beschränkt sein sollte. Bis dahin soll ein Gutachten einer weiteren Behörde, nämlich der Europäischen Chemikalienagentur (Echa), Aufschluss darüber geben, ob Glyphosat nun krebserregend ist oder nicht.

Bei der Abstimmung über die von der EU-Kommission vorgeschlagene Verlängerung gab es zwar eine Mehrheit von 20 Ja-Stimmen und nur eine einzige Gegenstimme, nämlich aus Malta. Aber offenbar haben sich neben Deutschland auch Griechenland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich und Portugal enthalten, weshalb die erforderliche qualifizierte Mehrheit nicht zustande kam.

Damit wird nun eine weitere Abstimmung in einem Vermittlungsausschuss nötig. Falls diese wiederum ohne Ergebnis bleibt, entscheidet die EU-Kommission.

ec.europa.eu

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