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Was erwartet die Branche beim Brexit?

Am 23. Juni stimmen die Briten über den Verbleib ihres Landes in der EU ab. Entscheidet sich eine Mehrheit für den Brexit, also den Austritt aus der Europäischen Union, wäre dies ein Desaster für das Gastgewerbe im Königreich, ganz besonders für die Hauptstadt London, befürchtet der Personaldienstleister The Change Group. Andere Branchenvertreter, wie der Gründer der Pub-Kette JD Wetherspoon, Tim Martin, unterstützen die Kampagne für den Brexit sogar mit Geld.

Gut ausgebildete Migranten stellten in den vergangenen zwei Jahren gut die Hälfte aller Bewerber für Jobs in der britischen Hospitality-Industrie, erklärt The Change Group. "Darunter wichtige Positionen wie erfahrene Köche und Restaurant-Manager. Sie sind essentiell, um den Bedarf an Arbeitskräften Front- und Back-of-the-House zu decken." Dem Office of National Statistics zufolge arbeiteten zwischen Oktober und Dezember 2015 mehr als 2 Mio. EU-Bürger in Großbritannien. 

Craig Allen, Direktor der Change Group kommentiert: “Warum sollten wir zu einer Zeit, in der das Königreich von einem Boom im Außer-Haus-Markt profitiert und so viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden, diesen Aufschwung durch neue Gesetze ausbremsen, die das Anwerben von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland deutlich erschweren würden? Das Ergebnis wäre Chaos: eine der besten Ausgehszenen der Welt, eine Menge Touristen in London, die ihre starken Euros und Dollars bei uns ausgeben wollen und dazu eine Restaurant-Branche, der es nicht gelingt, ordentlichen Service anzubieten, weil sie nicht genügend Arbeitskräfte findet."

Ganz anders sieht dies Tim Martin, der nicht erwartet, dass die Branche von einem Brexit beeinträchtigt wird und kürzlich 200.000 Pfund an die Kampagne der Austritts-Befürworter spendete. “Ein Beispiel:", begründet der Unternehmer seine Haltung, "95 Prozent unserer Weine bei Wetherspoon’s kommen aus Afrika, Südamerika, Australien und Neuseeland, Länder, mit denen wir auch keine Verträge haben. Dennoch bekommen wir dieselbe Qualität und denselben Preis wie in EU-Ländern." Martin hatte bereits die Kampagne gegen einen Euro-Beitritt Großbritanniens unterstützt und ist zuversichtlich, auch bei der Brexit-Abstimmung eine Mehrheit auf seine Seite zu ziehen.

http://thechangegroup.com
www.jdwetherspoon.com
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