Luckin Coffee, China/USA

Investoren haben Klage eingereicht

Der Bilanzskandal bei Luckin Coffee ist noch nicht zu Ende.
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Der Bilanzskandal bei Luckin Coffee ist noch nicht zu Ende.

Eine Gruppe chinesischer Investoren, die nach dem Kurssturz von Luckin Coffee aufgrund geschönter Umsatzzahlen Geld verloren hat, will vor Gericht gehen.

Die an der US-Börse notierte Kaffeebar-Kette Luckin Coffee gab Anfang April bekannt, dass Topmanager und Mitarbeiter Zahlen deutlich geschönt haben. 40 Prozent geringer sei der Umsatz in Realität gewesen. Der Aktienkurs sank nach Bekanntgabe der Zahlenfälschungen um knapp 80 Prozent.

In der Küstenstadt Xiamen, dem Luckin-Coffee-Hauptsitz, hat nun eine Gruppe Investoren Klage eingereicht. Obwohl das chinesische Unternehmen an der US-Börse notiert ist, könnte der Vorgang mit Hilfe einer kürzlichen Revision des chinesischen Wertpapiergesetzes unter die Zuständigkeit chinesischer Gerichte fallen.

Die Aktien des Unternehmens wurden am 7. April vom Handel ausgesetzt. Der Schlusskurs lag bei 4,39 US-Dollar, was lediglich knapp 9 Prozent des Allzeithochs entspricht.

Zudem bestätigte Luckin Coffee, dass das Unternehmen von Chinas oberster Wirtschafts- und Handelsaufsichtsbehörde untersucht wird. Die an der Nasdaq notierten Aktien sind weiterhin ausgesetzt.

Schein-Riese

Luckin Coffee galt lange Zeit als der größte Konkurrent des Weltmarktführers in Sachen Kaffeebars, Starbucks, auf dem chinesischen Markt. Die Kaffeebar-Marke wurde 2017 vom derzeitigen CEO Qian Zhiya gegründet. Ende September 2019 zählte Luckin laut Gewinnermittlung für das dritte Quartal 2019 3.680 Standorte. Dies hätte einer sechsfachen Steigerung zu Juni 2018 entsprochen.


Das Unternehmen hat seinen COO Jian Liu und die ihm unterstellten Mitarbeiter bereits suspendiert, nachdem ein Sonderausschuss eingesetzt wurde, der den Jahresabschluss für 2019 untersuchen soll.



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