Corona-Krise/USA

Fahrplan für Öffnung der Gastronomie

In drei Phasen sollen Wirtschaft und Gesellschaft in den USA zur Normalität zurückgeführt werden. Dabei müssen Arbeitgeber aus allen Branchen, strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen erfüllen. Im Bild: Die Küche des renommierten Bostoner Restaurants Porto beim Zubereiten von Mahlzeiten für Mitarbeiter des Gesundheits-Sektors.
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In drei Phasen sollen Wirtschaft und Gesellschaft in den USA zur Normalität zurückgeführt werden. Dabei müssen Arbeitgeber aus allen Branchen, strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen erfüllen. Im Bild: Die Küche des renommierten Bostoner Restaurants Porto beim Zubereiten von Mahlzeiten für Mitarbeiter des Gesundheits-Sektors.

Ein exakter Zeitplan fehlt noch, Richtlinien für ‚Opening Up America‘ stehen jedoch bereits. Ende der vergangenen Woche skizzierte US-Präsident Donald Trump, wie der Re-Start der Gastro-Industrie in den Vereinigten Staaten aussehen soll. Sind innerhalb eines Staates festgesetzte Kriterien – wie etwa ein Abwärtstrend bei den Neuinfektionen – erfüllt, tritt Phase 1 ein: Restaurants mit Gastraum dürfen wieder öffnen. In Phase 2 dürfen laut Plan auch Bars ihren Betrieb wieder aufnehmen.

„Wir öffnen nicht alles auf einmal, sondern gehen einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen“, erklärte Donald Trump während einer Pressekonferenz des Weißen Hauses Ende der vergangenen Woche. In drei Phasen soll die US-Wirtschaft den Erläuterungen des US-Präsidents und seines Corona-Taskforce zufolge wieder hochgefahren werden. Die einzelnen Phasen werden nicht US-weit, sondern von den 50 Bundesstaaten abhängig von der Verbreitung des Virus individuell durchlaufen. Entscheidend ist Entwicklung der Fallzahlen über einen 14-tägigen Zeitraum.
 
29 US-Staaten stehen laut Trump kurz vor der Erfüllung der Kriterien für Phase 1. Die erste Lockerung erlaubt es, Restaurants ihre Gasträume wieder zu eröffnen – wenn ein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen Gästen und Mitarbeitern gewährleistet werden kann. Um welche 29 Staaten es sich handelt, wollte Trump nicht preisgeben. Fest steht allerdings, dass die schwer betroffenen Staaten New York und New Jersey nicht dazuzählen.
 
Die von Trump eingerichtete Corona-Taskforce unter Leitung der Mediziner Dr. Deborah Birx und Dr. Anthony Fauci erklärte darüber hinaus, dass die Arbeitgeber in allen Phasen festgesetzte Richtlinien befolgen müssten: Social Distancing und die Verwendung von Schutzausrüstung wie Masken, Temperaturkontrollen für die Beschäftigten, Desinfektion in Bereichen mit hohem Verkehrsaufkommen, Überwachung der Gesundheit der Angestellten und ein System zur Rückverfolgung von Kontakten der Beschäftigten. Die Rückkehr zur Normalität sei nicht mit dem Umlegen eines Lichtschalters zu vergleichen, mahnte Fauci.  
In Phase 2 sollen auch Bars – allerdings noch immer unter Einhaltung der Social Distancing-Regeln – wieder öffnen dürfen. Phase 3 schließlich sieht die vollständige Rückkehr zur gewohnten Normalität vor – sprich: Aufhebung aller Sicherheitsmaßnahmen.
 
Seit dem 21. März betreibt Starbucks in den USA ausschließlich Drive-Through-Schalter und Delivery-Geschäft. Nun informierte CEO Kevin Johnson seine Mitarbeiter in einem Schreiben, dass man sich auf die Wiedereröffnung von Standorten vorbereite.
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Seit dem 21. März betreibt Starbucks in den USA ausschließlich Drive-Through-Schalter und Delivery-Geschäft. Nun informierte CEO Kevin Johnson seine Mitarbeiter in einem Schreiben, dass man sich auf die Wiedereröffnung von Standorten vorbereite.

Laut einem Bericht des Branchenmediums Nation’s Restaurant News sind die die US-Notfallhilfefonds für kleine Unternehmen in der vergangenen Woche versiegt. Die Small Business Administration sei nicht mehr in der Lage, neue Anträge für das 349 Mrd. US-Dollar schwere Paycheck Protection Program (PPP) sowie das Economic Injury Disaster Loan (Darlehen für Katastrophenfälle) anzunehmen.

Laut National Restaurant Association (NRA) näherte sich die Gastronomie-Branche bereits in der Vorwoche Umsatzverlusten von insgesamt 100 Mrd. US-Dollar. Der Verband rechnet in einem Schließungszeitraum von 90 Tagen mit einem Umsatzrückgang von 225 Mrd. Dollar. Nach Angaben der NRA sind in der Branche 3 Mio. Arbeitsplätze verloren gegangen. Etwa 15 Prozent der Restaurants in den USA haben aufgrund der COVID-19-Krise aufgeben müssen oder werden dies in den nächsten zwei Wochen tun.


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