Frankreich / Coronakrise

Wackelige Perspektive für Gastronomie

Seit Ende Oktober befindet sich die französische Gastronomie im Lockdown. Präsident Macron stellte nun eine schrittweise Öffnung in Aussicht. Doch vor allem für die Pariser Gastronomen sind die Aussichten eher trüb. Hier sind die Zahlen weiter hoch, Terrassenflächen eher Mangelware.
IMAGO / Xinhua
Seit Ende Oktober befindet sich die französische Gastronomie im Lockdown. Präsident Macron stellte nun eine schrittweise Öffnung in Aussicht. Doch vor allem für die Pariser Gastronomen sind die Aussichten eher trüb. Hier sind die Zahlen weiter hoch, Terrassenflächen eher Mangelware.

Seit Anfang dieser Woche haben Kindergärten und Grundschulen in Frankreich wieder den Betrieb aufgenommen. Auch für die Außengastronomie stellt Präsident Emmanuel Macron eine Öffnung in Aussicht. Ab Anfang Mai könnten Bars, Cafés und Restaurants schrittweise folgen – trotz der anhaltend angespannten Pandemielage in Frankreich: Stand heute hat die Zahl der Patienten einen neuen Höchststand seit Ausbruch des Virus im Nachbarland erreicht.

In vier Etappen will Präsident Macron die Wiedereröffnung in den Departements von statten gehen lassen. Auch an den Öffnungsperspektiven für die Gastronomie hielt der französische Staatschef am Montag fest: Bereits ab dem 3. Mai könnte es für einige Regionen losgehen. Den Anfang machen dürfen demnach jene Departements, die die Fallzahlen besser eindämmen könnten, wie etwa die Alpes-Maritimes, so Macron am Montag.

Die vier Etappen der Wiedereröffnung beginnen am 3. Mai, Mitte Mai, Anfang Juni und Ende Juni. Für die Gastronomie steht diese Perspektive allerdings auf äußerst wackeligen Beinen: „Ich denke, dass wir die Restaurants in Departements mit hoher Inzidenz Ende Mai oder Anfang Juni nicht wieder öffnen können. In anderen (Departements), in denen die Zahlen sehr zurückgegangen sind, denke ich, dass wir sie öffnen müssen", sagte er.

Auf konkrete Daten wollte sich Macron für die Wiedereröffnung der Gastronomie nicht festlegen. Klar wurde lediglich, dass die Außenbereiche aufgrund des geringeren Infektionsrisikos den Anfang machen werden.

Vertreter des Gastgewerbes sehen die Ankündigungen kritisch, da konkrete Daten fehlen. Vor allem für die Pariser Gastronomen sehen die Erwartungen nicht allzu rosig aus. In der Hauptstadt sind die Inzidenzen weiter hoch, vergleichsweise wenige Betriebe verfügen über einen Außenbereich.
 
Die Öffnungsschritte kündigte Präsident Macron ungeachtet der weiterhin angespannten Pandemielage an. Die Zahl der Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen ist mit fast 6.000 auf einem neuen Höchststand. Die Behörden vermelden mehr als 30.000 bestätigte Virusinfektionen pro Tag - die Zahl hatte im April allerdings mit 40.000 bereits deutlich darüber gelegen. Den Rückgang wertet man in Frankreich als ermutigendes Zeichen.

Neben Frankreich beginnen auch andere europäische Länder mit Öffnungsschritten. So starteten beispielsweise Italien (in einigen Regionen) und die Schweiz bereits Anfang dieser Woche mit einer Öffnung der Gastronomie. Ab dem 8. Mai sollen auch belgische Gastronomen ihre Terrassen wieder öffnen dürfen.
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