Italien / Coronavirus

Renaissance der Weinfenster

In Italien wird derzeit ein Brauch aus dem 17. Jahrhundert wiederentdeckt: der Verkauf von Wein aus Fenstern
Simona Sirio / Shutterstock
In Italien wird derzeit ein Brauch aus dem 17. Jahrhundert wiederentdeckt: der Verkauf von Wein aus Fenstern

Als die Pest in Europa wütete, verkauften geschäftstüchtige Italiener Wein durch winzige Fenster ihrer Häuser. In Zeiten von Corona wird der Brauch wiederentdeckt. Doch heute wird nicht nur Wein durch die Fenster gerreicht.

Der Sage nach entstanden die sogenannten Weinfenster in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als Europa von der Pest heimgesucht wurde. Um die Ausbreitung des "Schwarzen Todes" einzudämmen, dabei jedoch den Weinausschank beizubehalten, entwickelten Bürger aus Florenz jene findige Idee. 
Die Weinfenster sind winzige Luken, eingehauen in die steinernen Gemäuer der Florentiner. Laut Überlieferungen füllten Händler oder Winzer ihre Weine per Schlauch in Gefäße, die in die Fenster gestellt wurden. Münzen wurden in Essig gebadet, bevor sie den Besitzer wechselten.

Eisdiele sorgte für Wiederentdeckung

Noch heute soll es in der toskanischen Metropole hunderte "buchette del vino" geben. In Zeiten von Corona werden sie wiederentdeckt. Doch keine Weinhandlung, sondern eine Eisdiele soll laut Medienberichten für die in Italien vielbeachtete Renaissance der Weinfenster gesorgt haben.

Eine Eisdiele entdeckt Weinfenster


Mittlerweile sorgt die sogenannte Wine Window Association für weitere Aufmerksamkeit. Die Vereinigung nutzt die Wiederbelebung der Fenster, um auf die Historie der Luken aufmerksam zu machen. Derzeit werden neben Eis und Wein auch Cocktails, Lebensmittel und Speisen durch die Fenster gereicht. Die Bilder dazu gehen in den sozialen Medien aktuell viral.

Traditionelles Weinfenster in Florenz



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