Schweiz

keine MwSt.-Senkung für Restaurants

Bei der Besteuerung des Gastgewerbes bleibt in der Schweiz alles beim Alten. Die Stimmbevölkerung des Alpenlandes hat die Initiative ‘Schluss mit der MwSt.-Diskriminierung des Gastgewerbes!‘ des Branchenverbands GastroSuisse am Sonntag mit 71,5 % Nein-Stimmen abgelehnt. Die Wahlbeteiligung an dem Volksentscheid lag bei 47 Prozent.

Das Resultat überrascht nicht, doch dessen Deutlichkeit, so die Kommentierung gestern in den Tageszeitungen der Schweiz.

Am deutlichsten wurde das Volksbegehren in Zürich verworfen, wo fast 76 % der Stimmberechtigten Nein sagten. In 10 weiteren Kantonen lag der Anteil Nein-Stimmen über 70 %. Am besten kam das Anliegen der Gastro-Branche in den Kantonen Uri, Jura und Tessin an (weniger als 65 % Nein-Stimmen).

So bleibt es also für Restaurant-Leistungen beim vollen MwSt.-Satz von 8 % - während Food im Einzelhandel mit dem reduzierten Satz von 2,5 % und Hotelleitungen mit 3,8 % zu versteuern sind.

Wie es heißt, hätte eine Besteuerung von Restaurants zum reduzierten Satz Steuerausfälle von 700 – 750 Mio. sfr pro Jahr bedeutet.



Hintergrund: Aktuell bezahlt in Europa die Hotellerie nur noch in 4 Ländern den vollen MwSt.-Satz. Im Lebensmitteleinzelhandel sind dies 8 Länder – doch: bei Restaurants nach wie vor 14 Länder.

Künftig wird der Wettbewerb verstärkt zwischen Food Retail und Restaurants ausgetragen, da sind sich alle Fachleute einig. Und hier existieren aktuell in 12 von 31 Staaten wettbewerbsverzerrende MwSt.-Sätze (siehe Tabelle). Am härtesten der Unterschied in Großbritannien, wo in Supermärkten für Essen keinerlei MwSt. berechnet werden muss, während der Verbraucher in der Gastronomie 20 % bezahlen muss.

In der Mehrzahl der Länder jedoch werden Food Retail und Restaurants gleich besteuert – zum Teil mit dem Normalsatz, zum Teil mit reduzierten Sätzen. Am geringsten die Quote in Holland und Luxemburg mit 6 bzw. 3 %, am höchsten in Ungarn und Dänemark mit 27 bzw. 25 %.

www.gastrosuisse.ch
www.dehoga-bundesverband.de
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