Koch G5 | Young Chefs Unplugged

Erasmus+ für EU-Kochausbildung

Nachwuchs dringend gesucht! In allen fünf deutschsprachigen Ländern der G5 soll die Ausbildung von Köchen künftig verbessert werden.
Michael Gunz
Nachwuchs dringend gesucht! In allen fünf deutschsprachigen Ländern der G5 soll die Ausbildung von Köchen künftig verbessert werden.

Für eine Reform der Köcheausbildung setzen sich die Koch G5 länderübergreifend ein. Die European Chefs Union nimmt dazu an einem EU-Förderprojekt im Rahmen des Bildungsprogramms Erasmus+ teil. Zum Projekt gehören Befragungen in Schulen, Betrieben und Verbänden der beteiligten Länder.

Um Fachwissen an den Nachwuchs weiterzugeben, veranstaltet der Zusammenschluss der fünf deutschsprachigen Kochverbände "Koch G5" regelmäßig den länderübergreifenden Wissenskongress "Young Chefs Unplugged" für junge Köchinnen und Köche bis 25 Jahre. In diesem Sinne nehmen die Koch G5 nun geschlossen an dem zukunftsweisenden Erasmus+ Projekt Young Chefs Unplugged teil.

"Ziel ist es, die berufliche Ausbildung von Köchinnen und Köchen zu verbessern und unseren Beruf europaweit noch attraktiver zu machen", sind sich die beteiligten Projektpartner einig. "Dazu möchten wir herausfinden, wie die Ausbildungsordnungen in den beteiligten Ländern in die Praxis umgesetzt werden und wie zufrieden die Koch-Auszubildenden jeweils damit sind."

Über die Koch G5
Die fünf deutschsprachigen Kochverbände haben sich als Koch G5 zusammengeschlossen: Verband der Köche Deutschlands e.V., Verband der Köche Österreichs, Schweizer Kochverband, Südtiroler Köcheverband und Vatel Club Luxembourg. Gemeinsam erreichen sie 35.000 deutschsprachige Profiköchinnen und -köche. Sie möchten das europäische Netzwerk ausbauen und den Nachwuchs fördern.
Dazu werden in Deutschland, Österreich, Südtirol, Luxemburg und der Schweiz 2021 mehrere berufliche Schulen und Ausbildungsbetriebe online befragt. Außerdem sollen die Ausbildungsunterlagen der Projektländer gegenübergestellt und evaluiert werden. Das Erasmus+ Projekt Young Chefs Unplugged wird sozialwissenschaftlich begleitet und von der Europäischen Union finanziert.

Kochausbildung europaweit unter der Lupe

Anhand der Umfrage-Ergebnisse soll die Zufriedenheit der Absolventinnen und Absolventen in den verschiedenen Ländern verglichen werden. Die Feedbacks sollen künftig systematisiert und regelmäßig erhoben werden. Zudem soll ein Kriterienkatalog helfen, Erkenntnisse aus Best Practice-Beispielen und -Empfehlungen in ausgewählten Betrieben und Schulen anwenden zu können. "Wir setzen uns dafür ein, dass wir länderübergreifend voneinander lernen und die Ausbildung in unseren Ländern für die Zukunft gut aufstellen", so die Mitglieder der Koch G5. "Besonders wertvoll wird es deshalb sein, den Berufsnachwuchs für die aktuellen Anforderungen fit zu machen."

Perspektiven geben

Ein erster offizieller Schlussbericht des Projekts Young Chefs Unplugged wollen die Koch G5 Anfang 2022 vorlegen und auf einer Sonder-Website der EU veröffentlichen. Die Umsetzung basiert auf dem Förderprogramm Erasmus+, das seit 2014 die unterschiedlichsten europäischen Kooperationen zusammenfasst. "In den Folgejahren soll eine Fortsetzung der Initiative stattfinden. Eventuell können zusätzlich Kochverbände weiterer EU-Länder als Partner gewonnen werden", lautet die Vision der Koch G5. "Wir wünschen uns eine nachhaltige Partnerschaft in allen teilnehmenden Ländern beim Kampf gegen den Fachkräftemangel. Uns alle eint das Ziel, Jungköchinnen und -köche in der Branche zu halten und das Image des Kochberufs zu verbessern."
Über Erasmus+
Das Programm Erasmus+ soll in der Europäischen Union die allgemeine und berufliche Bildung fördern, Jugend und Sport. Erasmus+ fasst die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen, Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammen. Erasmus+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Mrd. Euro ausgestattet. Mehr als 4 Millionen Menschen werden bis 2020 von den EU-Mitteln profitiert haben. Das auf sieben Jahre ausgelegte Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen. Das Folgeprogramm Erasmus+ 2021-2027 startete am 1. Januar 2021.

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