Kopenhagen/Noma

Burger und Fritten vom Sternekoch

Bio-Zutaten, technische Raffinesse und die Liebe zum Detail: Das Sortiment bei POPL, dem neuen Burger-Konzept aus der Noma-Schmiede.
Ditte Isager
Bio-Zutaten, technische Raffinesse und die Liebe zum Detail: Das Sortiment bei POPL, dem neuen Burger-Konzept aus der Noma-Schmiede.

Statt 18-Gänge Degustationsmenü für mehr als 300 Euro serviert René Redzepi seit Donnerstag, den 3. Dezember 2020, nun Burger und Pommes frites. Der mehrfach ausgezeichnete Sternekoch, der eine kulinarische Bewegung in Gang gebracht hatte, testete bereits im Mai und Juni dieses Jahres das neue Angebot als Antwort auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gastgewerbe in Kopenhagen, Dänemark. 

Im September dieses Jahres fiel schließlich das Schwesterunternehmen, das Restaurant 108, der Krise zum Opfer. Die Location in der Nähe des Noma, das mehrfach als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet wurde, bekommt nun einen neuen Anstrich. Das Burger-Konzept POPL, vom lateinischen Wort "populus" für Menschen, geht aus dem Pop-up-Store während des Frühjahrs  hervor.


Auf der Karte stehen Rindfleisch-Burger, aber auch vegetarische und vegane Varianten mit Quinoa-Tempeh aus dem Noma-Fermentationslabor, dazu gibt es Pommes frites in Rinderfett ausgebacken oder Ochsenschwanz-Brühe mit Schnittlauch oder Pickleback, ein Shot aus Whiskey, der mit Essiggurkensaft getrunken wird. Zum Nachtisch werden unter anderem Cookies serviert oder Regenbogen-Eiscreme. Zum Einsatz kommen für die Gerichte die gleichen Bio-Zutaten wie gehabt, die kreativen Techniken und die Liebe zum Detail. 
 

Reservierungen sind möglich, allerdings ist POPL vor allem für für Walk-ins und Take-away konzipiert. Die Burger kosten knapp 20 Euro, to-go 15 Euro. "Es ist eine ziemlich große Veränderung und ein großer Moment für mich", wird Redzepi im Gurdian zitiert. "Und wir haben keine Ahnung, wie es auf lange Sicht funktionieren wird." 

Die Bekanntheit Redzepis wird aller Voraussicht nach den Konzeptstart erleichtern, zudem besteht das Kernteam von POPL aus einer Gruppe von Noma-Veteranen, heißt es von offizieller Stelle. Das fünfwöchige Pop-up bekam bereits viel Zulauf. Der Guardian berichtet, dass am ersten Tag zunächst 300 Burger über den Tresen gingen, am Ende zählte die Formel im Schnitt 2.400 Burger täglich. Obwohl dass temporäre Restaurant an nur vier Tagen der Woche offen hatte, seien es in Summe mehr Gäste gewesen, als das Noma innerhalb von sechs Jahren begrüßte


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