Luckin Coffee / China

Verwaltungsrats-Chef bleibt weiter im Amt

Bleibt unerwartet im Amt: Charles Lu Zhengyao, Vorsitzender des Verwaltungsrates der in Ungnade gefallenen chinesischen Kaffeebar-Kette Luckin Coffee.
imago images / VCG
Bleibt unerwartet im Amt: Charles Lu Zhengyao, Vorsitzender des Verwaltungsrates der in Ungnade gefallenen chinesischen Kaffeebar-Kette Luckin Coffee.

Charles Zhengyao Lu ist weiterhin Vorsitzender des Verwaltungsrates der angeschlagenen Kaffeebar-Kette Luckin Coffee. Eigentlich sollte er am Donnerstag bei einer Sitzung des Verwaltungsrates abgesetzt werden. 

Luckin Coffee gab bekannt, dass die Empfehlung des eingesetzten Sonderausschusses, Lu als Vorsitzenden der wegen Bilanzfälschungs-Vorwürfen in die Schlagzeilen geratenen Kaffeekette abzusetzen, nicht die nötige Anzahl an Stimmen der Direktoren fand. Weniger als zwei Drittel waren dafür. 

Zuvor hatte der größte Starbucks-Konkurrent in China mitgeteilt, dass nun die internen Ermittlungen hinsichtlich des Bilanzfälschungs-Skandals abgeschlossen sind. Der Sonderausschuss fand heraus, dass erstmals im April 2019 geschönte Umsätze publiziert wurden und um 2,12 Milliarden Yuan (270 Mio. Euro) höher waren als eigentlich generiert. Die Kosten und Aufwendungen des Unternehmens wurden 2019 um 1,34 Milliarden Yuan (170 Mio. Euro) höher angesetzt als eigentlich angefallen.

Die bisherigen Beweise zeigen laut einer Mitteilung der 4.000 Unit-starken Kaffeebar-Kette, dass die ehemalige CEO des Unternehmens, Jenny Zhiya Qian, der ehemalige COO, Jian Liu, und einige ihnen unterstellte Mitarbeiter an den vorgetäuschten Transaktionen beteiligt waren.

Verbesserungen vorgenommen

Im Zusammenhang mit den Erkenntnissen des Sonderausschusses hat Luckin Coffee eigenen Angaben zufolge mehrere sofortige Verbesserungen in Sachen Finanzen vorgenommen und einen Berater für interne Kontrollen beauftragt, das bestehende Umfeld zu bewerten und Verbesserungen zu empfehlen. Damit soll Fehlverhalten in Zukunft aufgedeckt und verhindert werden. Das Unternehmen hat auch eine interne Revision beauftragt.

Mittlerweile werden die Aktien des Unternehmens nicht mehr an der US-Börse Nasdaq gehandelt. Die 2017 gegründete Kaffeebar-Marke ging im vergangenen Jahr an die Börse und erlebte aufgrund eines - damals scheinbar - starken Umsatzwachstums einen Höhenflug. Der Börsengang brachte 561 Millionen Dollar ein


stats