McDonald's International

Same-Stores-Sales sinken im März um 22 Prozent

McDonald's CEO Chris Kempczinski verzichtet auf 50 Prozent seines Gehalts. Um Kosten zu sparen will die Company außerdem die Expansion und die Umbauten zum Restaurant der Zukunft in den USA aussetzen.
Imago Images / Zuma Press
McDonald's CEO Chris Kempczinski verzichtet auf 50 Prozent seines Gehalts. Um Kosten zu sparen will die Company außerdem die Expansion und die Umbauten zum Restaurant der Zukunft in den USA aussetzen.

Nach einem starken und anhaltenden Aufwärtstrend schickt die Corona-Krise im März auch die McDonald’s-Umsätze auf Talfahrt: In den USA fielen die Same-Store-Sales um 13,4 Prozent, global sank der Umsatz auf bestehender Fläche um 22,2 Prozent. 1 Milliarde US-Dollar will der Weltmarktführer im Sektor Quickservice durch den Aufschub von Umbauten (im Rahmen des Updates zum Restaurant der Zukunft) und den Stopp von Neueröffnungen einsparen.

Während eines COVID-19-Geschäfts-Updates Mitte dieser Woche kündigte Chris Kempczinski, McDonald's Corp. CEO und Präsident, an, dass er in diesem Jahr auf 50 Prozent seines Gehalts verzichten wird. Zudem würde der Remodelingprozess der Restaurants zum Restaurant der Zukunft in den USA heruntergefahren. Weltweit werde die Expansion der Marke in Folge der Coronavirus-Pandemie aufgeschoben.
 
Betrachtet man das gesamte erste Quartal  (bis 31. März), so bewegen sich die Sames-Store-Sales sogar noch im Plus-Bereich: In den USA stiegen Umsätze auf bestehender Fläche um 0,1 %. Im Vorjahresquartal lag das Plus allerdings bei 4,5 %. 
 
Im März machte sich die Corona-Krise dann bemerkbar beim Burger-Giganten: Die US-Division verzeichnete einen Umsatzrückgang auf bestehender Fläche um 13,4%.
 
Weltweit gingen die Like-for-Like-Sales im März um 22,2% zurück, was vor allem auf die Auswirkungen des COVID-19 in China zurückgeführt wird. Im gesamten Berichtsquartal lag das weltweite Minus auf bestehender Fläche bei 3,4%.
„Diese beispiellose Situation verändert die Welt, in der wir leben, und wir werden uns in der Folge an eine neue Realität anpassen müssen.“
McDonald’s CEO Chris Kempczinski

 
Das US-Medium Nation's Restaurant News beruft sich auf KeyBanc Capital Markets und merkt an, dass die McDonald's-Umsätze wohl auch durch den Frühstücks-Launch bei Wendy‘s im März beeinträchtigt wurden: "Wir glauben, dass die Einführung eines Frühstücks bei Wendy‘s, die in der ersten Märzwoche zu einem 15-prozentigen Wachstum führte, das Frühstücksgeschäft bei McDonald's vor der schweren Quarantäneperiode belastet hat".
 
Obwohl 98 % der Restaurants in China ihren Betrieb wieder aufgenommen haben, hieß es bei McDonald's, dass "der Markt weiterhin eine geringere Nachfrage verzeichnet, da die Verbraucher nicht vollständig zu ihren vor der Quarantäne geführten Routinen zurückgekehrt sind".
 
In den USA sind weiterhin 99 % der Restaurants für den Betrieb von Drive-Thru und Auslieferung geöffnet. Da sich die Verbraucher jedoch ins Private zurückzögen, sind die Umsätze ins Wanken geraten. 
 
"Wir sind mit einer starken Position in das Jahr 2020 gegangen, aber natürlich hat sich die Welt seitdem verändert", sagte Kempczinski. "Während unsere Like-for-Likes-Sales im Januar und Februar stark waren, haben Veränderungen im Verbraucherverhalten und die verschiedenen Einschränkungen durch Regierungen auf der ganzen Welt zu einem erheblichen Umsatzrückgang geführt".
 
Um den Cashflow zu gewährleisten, hat sich das Unternehmen eine neue Finanzierung in Höhe von 6,5 Milliarden US-Dollar gesichert. Zudem sollen die Investitionsausgaben im Jahr 2020 um etwa 1 Milliarde US-Dollar reduziert werden, indem die "Experience of the Future"-Umbauten in den USA heruntergefahren und das Wachstum neuer Restaurants in der ganzen Welt verringert wird. 
 
Die umgestalteten Restaurants waren der Eckpfeiler des Velocity Growth Plans des Unternehmens. Die Umbauten, für die die Betreiber oft einen Abriss und Umbau vornehmen müssen, sind mit modernen Möbeln, Kiosken, Pick-up am Bordstein, modernisierten Fahrspuren mit digitalen KI-gesteuerten Menütafeln, Speisesaal-Steckdosen für Ladegeräte und einem Pick-up-Schalter für Lieferbestellungen ausgestattet. 
 
McDonald's Deutschland

In Deutschland legte McDonald’s dem foodservice Top 100-Ranking 2019 eine starke Performance vor. Mit geschätzten Erlösen von 3,675 Mrd. Euro und 5,9 Prozent Wachstum liegt der Branchenprimus deutlich über dem Durchschnitt des Segments Quickservice in Deutschland. Mit 205 Mio. Euro geschätzten Mehrerlösen war dies auch das stärkste absolute Plus des gesamten Rankings, trotz fünf Betrieben weniger. 

Der 2015 begonnene Rollout des Formats "Restaurant der Zukunft" ist bis auf wenige Sonderfälle abgeschlossen. Die Marke zählt in Deutschland knapp 220 Franchise-Partner und insgesamt rund 61.000 Mitarbeiter. McDelivery gibt es jetzt in 37 Städten, Lieferpartner ist Lieferando.


Je nach Umfang des Projekts kosten die Umbauten zwischen 160.000 und etwa 750.000 Dollar. Von den fast 14.000 US-amerikanischen McDonald’s-Restaurants wurden laut Nation’s Restaurant News fast 10.000 bereits umgebaut.
 
Kempczinski, der Ende 2019 nach der Entlassung von Steve Easterbrook zum CEO ernannt wurde, hat den Velocity Growth Plan geleitet, während er zuvor als Präsident des Geschäftsbereichs USA tätig war.



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