New York

Behörden nehmen Ghost Kitchens in Visier

Die City Hall in New York: Hier mussten sich Ghost Kitchen Betreiber erklären.
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Die City Hall in New York: Hier mussten sich Ghost Kitchen Betreiber erklären.

Das Phänomen der Ghost Kitchens, also reiner Lieferküchen ohne Gastraum, ist in der jetzigen Form relativ neu. Vor allem in den USA und Großbritannien treten Anbieter auf den Markt, die geeignete Räumlichkeiten anbieten und dann an Restaurants und bekannte Marken vermieten. In New York beriefen Vertreter der Stadt jetzt die CEOs von Zuul Kitchens und Kitchen United ein, um über eventuelle Regulierungen zu sprechen. Das meldet das Branchenmagazin Nation's Restaurant News (NRN).

Geladen hatte das Komitee für kleine Unternehmen des Stadtrates (New York City Council's Small Business Comittee) unter dem Vorsitzenden Mark Gjonaj. Als Verteter der Ghost Kitchen-Unternehmen traten der Co-Gründer von Zuul Kitchens, Corey Manicone, sowie Kitchen United CEO Jim Collins auf. Zudem wohnten dem Treffen mehrere New Yorker Gastronomen sowie Vetreter der örtlichen Gesundheitsbehörde bei.

Monatliche Gebühr plus Kommission

Sowohl Zuul Kitchens wie auch Kitchens United funktionieren nach einem ähnlichen Modell: Die Anbieter betreiben Küchen nur für Delivery-Kanäle in eng besiedelten Stadtteilen. Sowohl einzelne Restaurants aber auch Marken können sich bei den Anbietern einmieten, die deren Essen dann produzieren und ausliefern und so das Liefergebiet vergrößern oder gar neu erschließen. Die Kunden der beiden Ghost Kitchen Unternehmen zahlen eine fixe monatliche Gebühr sowie rund 15 Prozent pro Bestellung, die aus der Ghost Kitchen ausgeliefert wird.
Corey Manicone erklärte, Zuul Kitchen helfe bestehenden Restaurants, ihren Kundenkreis zu erweitern. Als Beispiel nannte er die Zusammenarbeit in New York mit Sarge's Delicatessen, einer New Yorker Gastro-Ikone mit über 50-jähriger Geschichte. Indem Sarge's die Küche von Zuuls in Manhattan Downtown nutze, könne man auch Kunden südlich der 14. Straße beliefern. Das wäre vom Standort des Restaurants auf Höhe der 36. Straße schlicht nicht möglich.

Niedrige Einstiegshürden, komplizierte Regulierung

Doch traditionelle Gastronomen beklagen die Ungleichheit des neuen Players: Während man Millionen Dollar investieren muss, um in New York ein Restaurant zu eröffnen, könne man eine Ghost Kitchen schon ab 20.000 Dollar eröffnen, schätzt die Marktforschungs-Agentur CBRE Research. 


Zudem gebe es Probleme bei der Regulierung: Die Gesundheitsbehörden in New York nutzen für Hygieneverstöße ein Ratingsystem nach Buchstaben, das sowohl im Restaurant als auch auf der Website der Gesundheitsbehörde einsehbar sein muss. Das Problem bei einer Ghost Kitchen: in der Regel teilen sich verschiedene Marken oder Restaurants den Platz. Bei Hygienemängeln allerdings haftet zwar der Anbieter, also Zuul Kitchens oder Kitchens United. Für den Verbraucher allerdings ist das nicht klar, da er direkt beim Restaurant oder der Gastro-Marke bestellt und nicht weiß, dass das Essen aus der Ghost Kitchen kommt – und so auch nichts von eventuellen Verstößen erfährt. Hier plädierte das New Yorker Komittee für klarere Regeln.

Laut NRN stellten die Antworten der Ghost Kitchen Betreiber Gjonaj und das Komitee nicht zufrieden. Zwar gab es keine unmittelbare Resolution, doch vermutlich will die Stadt New York bald klarere rechtliche Regeln für Food Delivery Plattformen und Ghost Kitchens erlassen.

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