Re-Start / Coronakrise

Vorgezogener Startschuss für Italiens Gastronomie

In Italien startet heute die Gastronomie. Ein Mitarbeiter bei der Desinfektion eines Restaurants in Rom.
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In Italien startet heute die Gastronomie. Ein Mitarbeiter bei der Desinfektion eines Restaurants in Rom.

Seit heute, dem 18. Mai, dürfen Bars, Cafés, Restaurants, Pizzerien, Konditoreien, Eisdielen in den meisten Teilen Italiens wieder ihre Sitzplätze zur Verfügung stellen. Ausnahmen gibt es in den Regionen Piemont und Kampanien. Dort dürfen die Betriebe erst in einer Woche eröffnen.

Zu Beginn des Lockdowns durften Foodservice-Verkaufsstellen nur Delivery-Geschäft betreiben. Seit dem 4. Mai ist auch Take-away-Service erlaubt. Der Startschuss für die vollständige Wiedereröffnung erfolgte nun früher, nachdem die Regierung ursprünglich den 1. Juni als Termin festgelegt hatte. Schließlich gab sie den Wünschen der Betreiber und Regionen nach.
Voraussetzung für die Wiedereröffnung ist allerdings, dass sich alle Gastronomiebetriebe an die von der Regierung gemeinsam mit den Regionen festgelegten Hygieneprotokolle halten. Dabei gibt es einen gewissen Spielraum bei Lockerung oder Einschränkung der Vorschriften.

Um ausreichend Abstand zu gewährleisten, müssen die Menschen mindestens einen Meter voneinander entfernt sitzen. In der Region Kampanien gilt die Ein-Meter-Regel für Tische, nicht für Gäste. Wo Abtrennungen, zum Beispiel Plexiglasabsperrungen, installiert sind, kann dieser Abstand verringert werden. Die Regel des physischen Abstands kann auch dann aufgehoben werden, wenn die Gäste zum selben Haushalt gehören.

Ebenso ist Counter-Service nur dann erlaubt, wenn der physische Abstand von einem Meter eingehalten wird. Selbstbedienungsstationen und Buffets sind verboten.

Kein Zutritt ab 37,5 °C

In Einrichtungen mit Tischservice ist der Zugang beschränkt. Es wird empfohlen, im Voraus zu reservieren, um Warteschlangen und Gedränge zu vermeiden und eine Kontaktverfolgung zu ermöglichen, falls nach dem Besuch im Lokal eine Infektion auftritt. Die Buchungsdaten sollten 14 Tage lang aufbewahrt werden. 

Masken sind für Kunden während sie sich im Restaurant bewegen verpflichtend. An der Kasse können Plexiglasscheiben angebracht werden, aber wo immer möglich sollten Karten und kontaktlose Bezahlung am Tisch gefördert werden.

Speisekarten sollten laminiert sein und müssen nach jedem Gebrauch und desinfiziert oder auf Einwegpapier geschrieben werden.

Restaurants sind nicht verpflichtet, den Gästen vor dem Betreten des Lokals die Temperatur zu messen, aber wenn sie dies tun, wird jedem, der mehr als 37,5 °C hat, der Zutritt verweigert. 

Regelmäßige und ständige Desinfektion

In jedem Fall muss den Gästen und dem Personal ein Handdesinfektionsgel zur Verfügung gestellt werden. Die Tische müssen nach jedem Gast desinfiziert, die Toiletten regelmäßig putzt werden. Die gesamten Räumlichkeiten müssen zudem regelmäßig desinfiziert und gelüftet werden. Alle Sicherheitsvorschriften müssen klar kommuniziert werden und auch für nicht italienischsprachige Personen verständlich sein. 

Persönliche Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhe und Desinfektionsgel sind für das Service- und Küchenpersonal verpflichtend.

Verzicht auf Steuern

Damit Restaurants mehr Personen im Freien platzieren können, können die örtlichen Behörden auf Steuern verzichten und die Benutzung öffentlicher Plätze oder Parkplätze genehmigen.

Die Lockerung der Sperre wird jede Woche überprüft, und es können vor Ort wieder Teilbeschränkungen eingeführt werden, falls die Infektionen wieder zunehmen sollten. 

Nach einer Umfrage von Confesercenti (einem Einzelhandelsverband) und Sgw werden am 18. Mai nur etwa 62 Prozent der italienischen Geschäfte, Bars und Restaurants wieder öffnen. Viele Betreiber befürchten, dass sich soziale Distanzierungsregeln, langsamer Handel und Mangel an Touristen auf die Einnahmen auswirken werden, und 40 Prozent befürchten, dass sie für immer schließen müssen. 

Reisen zwischen verschiedenen Regionen sind in Italien immer noch verboten, außer aus unvermeidlichen geschäftlichen oder zwingenden Gründen bis zum 3. Juni. Die Beschränkungen für internationale Reisen werden ebenfalls am 3. Juni aufgehoben.



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