Schweiz | Corona-Regeln

Gastro-Suisse begrüßt 2G für Gastgewerbe

So geht's auch: Schutzmaßnahmen für Gäste in Luzern.
IMAGO / Geisser
So geht's auch: Schutzmaßnahmen für Gäste in Luzern.

Bund muss neue Entschädigungslösungen schaffen, lautet die Forderung des Schweizer Branchenverbands Gastro-Suisse nach den jüngsten Corona-Beschlüssen des Bundesrats. Am Freitag, 3. Dezember, hat die Regierung des Alpenlandes zeitgleich mit der Einstufung als Hochrisikogebiet durch Deutschland, keine strengen Maßnahmen beschlossen.

"Der Bundesrat hat heute für das Gastgewerbe Maßnahmen mit Augenmaß beschlossen", äußert sich der Verband Gastro-Suisse in einer Mitteilung. Positiv wird bewertet, dass sich Restaurants sowie Bar- und Clubbetriebe anstelle der Sitzpflicht für 2G entscheiden können, und dass von einer Homeoffice-Pflicht abgesehen wird.

Bundesratsbeschlüsse, gültig von Montag 6. Dezember bis 24. Januar.
  • Erweiterte Maskenpflicht auf Innen: überall dort, wo auch die Zertifikatspflicht gilt. Ausgenommen sind private Treffen.
  • Sitzpflicht in Restaurants, Kontaktdaten bei Sporttrainings: Wo keine Masken getragen werden können, gilt etwa in Restaurants und Clubs eine Sitzpflicht außer bei 2G-Anwendung.
  • 2G-Option: Alle öffentlichen Einrichtungen mit Zertifikatspflicht dürfen den Zugang auf Geimpfte und Genesene beschränken. Dafür entfällt die Maskenpflicht. Gleiches gilt für Events drinnen und draußen. Die Prüf-App für Covid-Zertifikate soll bis 13. Dezember erweitert werden.
  • Einreisende brauchen PCR-Test: Ab Samstag, 4. Dezember streicht die Schweiz sämtliche Länder von der Quarantäneliste. Alle Personen müssen vor der Einreise einen PCR-Test machen lassen und zwischen dem 4. und 7. Tag erneuern. Einreisende müssen die Testkosten selbst tragen. Ungeimpfte dürfen aus Risikoländern oder -regionen außerhalb des Schengen-Raums zu privaten Zwecken nur noch in Härtefällen einreisen. Betroffen sind namentlich Besuche oder touristische Reisen. Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger gelten Ausnahmen. Sie müssen keinen Test machen.
  • Ausweitung der Zertifikatspflicht: Zertifikat sind auf allen öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und  kulturellen Aktivitäten von Laien in Innenräumen vorzuweisen. Bei Veranstaltungen im Freien gilt die Zertifikatspflicht bereits ab 300 statt ab 1000 Personen. Bei privaten Treffen gilt ab elf Personen die "dringliche Empfehlung", das Zertifikat einzusetzen.
  • Dringliche Homeoffice-Empfehlung und Maske am Arbeitsplatz: Alle Personen in Innenräumen müssen Maske tragen, wenn sich dort mehrere Personen aufhalten.
  • Kürzere Gültigkeit von Test-Zertifikaten: Ein Antigen-Schnelltest gilt ab Montag nur noch 24 statt 48 Stunden. Ein PCR-Test ist nach wie vor 72 Stunden gültig.

Pandemie hält Gastgewerbe im Würgegriff

Weil jedoch viele Betriebe weiterhin in ihrer Existenz bedroht seien, betont Gastro-Suisse, dass Hilfe vom Bund unerlässlich sei: "Angesichts der Situation in den Spitälern haben wir Verständnis, dass der Bundesrat weitere Maßnahmen beschlossen hat", sagt Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse. "Wir sind aber erfreut, dass der Bundesrat heute vernünftige Entscheide getroffen hat." Masken am Arbeitsplatz begrüßt der Verband ebenso wie das Ende der Quarantäne-Regelungen für Gäste aus dem Ausland. So werde eine die Homeoffice-Pflicht entschärft und Betriebe hätten mit der 2G-Regelung die Chance, die Sitz- und Maskenpflicht zu umgehen.

"Dies wird der Vielfalt des Gastgewerbes gerecht", findet Platzer. Auch Bar- und Clubbetriebe könnten durchatmen, da die generelle Sitzpflicht seiner Einschätzung nach einer wirtschaftlichen Schließung entsprochen hätte. Dennoch forciere die verschlechterte pandemische Gesamtlage viele Stornierungen von Anlässen. Casimir Platzer: "Der Bund muss dringend neue Entschädigungslösungen schaffen, die schweizweit einheitlich umgesetzt werden." Insgesamt gehe die Angst um, Mitarbeiter nicht mehr bezahlen zu können. Deshalb müsse laut Platzer das vereinfachte Verfahren bei der Kurzarbeitsentschädigung unbedingt weitergeführt werden.

Existenzsichernde Finanzhilfe vonnöten

GastroSuisse fordert einen Stopp der Amortisationen der Covid-Kredite und Rückzahlungsforderungen von Härtefallgeldern: "Nur so kann verhindert werden, dass unsere Branche erodiert", so der Verbandspräsident.
Corona-Lage
Die Schweiz mit 8,7 Mio. Einwohnern meldete am Freitag, 4. Dezember, eine 7-Tages-Inzidenz von 641,1. Der Wert steigt seit Anfang Oktober in einer rasanten Kurve an. Die Impfquote wird mit 67,14 % Erstimpfungen und 65,5 % vollständiger Impfung angegeben. Aktuell wird die Schweiz als Hochrisikogebiet eingestuft. Deutschland hat eine Reisewarnung ausgesprochen.

stats