Schweiz | Coronakrise

Jeder zweite Betrieb gefährdet

Seit dem 22. Dezember 2020 ist auch die Schweizer Gastronomie, wie hier in Zürich (Bild), aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens geschlossen. Anfang Januar wurde der Shutdown verlängert.
imago images / Geisser
Seit dem 22. Dezember 2020 ist auch die Schweizer Gastronomie, wie hier in Zürich (Bild), aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens geschlossen. Anfang Januar wurde der Shutdown verlängert.

Bis Ende März wird die Hälfte aller Betriebe im Gastgewerbe eingehen, wenn sie jetzt keine sofortigen finanziellen Entschädigungen erhalten. Das zeige eine aktuelle Mitglieder-Umfrage, so der Schweizer Branchenverband GastroSuisse. Es liege nun am Bundesrat, am Mittwoch einen flächendeckenden Kahlschlag und somit eine dritte Kündigungswelle im Gastgewerbe zu verhindern.

Mit jeder Corona-Welle kommt auch eine Kündigungswelle. Dies zeigt eine aktuelle Mitglieder-Umfrage von GastroSuisse, an der mehr als 4.000 Betriebe teilgenommen haben. Bereits im Frühling 2020 gab es eine Kündigungswelle. Das habe sich nun verschärft. In den Monaten November und Dezember folgte im Gastgewerbe eine zweite Kündigungswelle: Fast 60 Prozent aller Betriebe, die während des Jahres Kündigungen ausgesprochen haben, mussten auch zum Jahresende Mitarbeiter entlassen. "Wenn der Bund jetzt nicht handelt, steht in der Branche eine dritte Kündigungswelle an", schlägt Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse, Alarm. Schon im Oktober warnte GastroSuisse, dass 100.000 Arbeitsplätze gefährdet seien.
 
Die Situation habe sich in den letzten Monaten und insbesondere mit dem Entscheid des Bundesrates, die Restaurants zu schließen, nun noch weiter verschärft. Fast die Hälfte aller Betriebe werde gemäß Umfrage bis Ende März 2021 aufgeben, wenn sie jetzt nicht sofort finanzielle Entschädigungen erhielten. Vor der Krise hätten über 80 Prozent der Betriebe eine gute bis sehr gute Liquidität gehabt. Das habe sich nun ins Gegenteil verkehrt. "Sehr viele von ihnen sind sogar in ihrer Existenz bedroht, wenn sie jetzt kein Geld erhalten", mahnt Platzer.
 

Fast alle brauchen finanzielle Hilfen

Die Umfrage habe ergeben, dass 98 Prozent der Betriebe in der Schweiz dringend finanzielle Hilfe benötigten. "Sieben von zehn Betrieben haben schon ein Gesuch für finanzielle Hilfe eingereicht – oder werden dies sicher tun", betont Platzer. Nur 1,5 Prozent aller Betriebe gab an, dass sie auch ohne finanzielle Unterstützung durchkommen. GastroSuisse fordert nun, dass der Bundesrat am Mittwoch Mut beweist und das Gastgewerbe sofort und unkompliziert finanziell entschädigt. "Nur so kann ein flächendeckender Kahlschlag im Gastgewerbe verhindert werden", mahnt Platzer.
 
Über GastroSuisse
GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Die Organisation mit dem Gründungsjahr 1891 setzt sich für die Interessen der Branche ein. GastroSuisse ist der größte gastgewerbliche Arbeitgeberverband mit an die 20.000 Mitgliederbetrieben (davon rund 2.500 Hotels), organisiert in 26 Kantonalverbänden und vier Fachgruppen.
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