Sodexo, Frankreich

Global Player engagiert in der Corona-Krise (I)

Sodexo-Vorstandsvorsitzende Sophie Bellon
imago images / IP3press
Sodexo-Vorstandsvorsitzende Sophie Bellon

Angesichts der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat Contract Caterer und Multi-Dienstleister Sodexo ein globales Hilfsprogramm für seine Mitarbeiter eingerichtet. Das Budget von 30 Millionen Euro finanzieren Führungskräfte und Unternehmen.

Die Summe von 30 Millionen Euro setze sich zusammen aus einem Verzicht der Vorstandsvorsitzenden von Sodexo, Sophie Bellon, und des CEOs der Gruppe Denis Machuel, deren Vergütungen sich für 6 Monate jeweils halbieren. Zudem verzichteten Machuel, die Mitglieder des Exekutivausschusses sowie weitere 200 obere Führungskräfte aus allen Segmenten und Betrieben auf ihre variable Vergütung für das Geschäftsjahr 2020. Die Mitglieder des Exekutivausschusses bringen zudem ein halbes Jahr lang 10 Prozent ihrer festen Vergütung in das Budget ein.

Sodexo Chief Executive Officer Denis Machuel
imago images / IP3press
Sodexo Chief Executive Officer Denis Machuel

Stellenvermittlung und Kurzarbeit

Um die Services dort, wo sie durch die Corona-Pandemie in erhöhtem Maße gebraucht werden zu verstärken, hat das Unternehmen mit Sitz in Issy-les-Moulineaux nahe Paris Arbeitskräfte aus geschlossenen Betriebsrestaurants und Schulen in Kliniken und Senioreneinrichtungen versetzt. Bis Anfang April waren dies über 4.000 Mitarbeiter in Nordamerika und Europa, so die Angaben. Weiterhin versuche man proaktiv, eigene Mitarbeiter in den Einzelhandel oder beispielsweise zu E-Commerce-Anbietern zu vermitteln, um die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 auf betroffene Mitarbeiter zu minimieren.
In Deutschland wurde an einigen Standorten Kurzarbeit eingeführt. Um auch hier finanzielle Einbußen zu minimieren, stockt Sodexo bis einschließlich Mai 2020 das Kurzarbeitergeld des Staates auf. Je nach Eingruppierung erhalten die meisten Mitarbeiter in Kurzarbeit weiterhin 80 bis 90 Prozent ihres Nettogehalts, wie Sodexo Deutschland mitteilt. 

Unbürokratisch helfen

In Frankreich bot die Sodexo-Tochter Lenôtre im Ballungsraum Paris 1.200 kostenlose Mahlzeiten an. Mehrere Hundert eigens angeschaffte Tablets ermöglichen es Patienten in Kliniken, den Kontakt zu Angehörigen zu halten. Rund 26 Tonnen Obst und Gemüse hat Sodexo kostenlos an über hundert Gesundheitseinrichtungen und deren Personal in den Regionen Île-de-France und Grand Est ausgegeben. Das Segment Schulen & Universitäten hat in Frankreich laut Unternehmensangaben rund 43.000 Mahlzeiten an Vereine gespendet. Hierzulande hat Sodexo, Gründungsmitglied und in Person von Country President Germany Dieter Gitzen Vorstandsmitglied von United Against Waste, in den vergangenen Wochen Lebensmittel an Tafeln in Deutschland gespendet. Hierzu haben alle Betriebe im Food-Bereich eine offizielle Anweisung erhalten. Verpackte Lebensmittel sowie loses Obst und Gemüse, die nicht verarbeitet werden können und deren Haltbarkeitsdatum während der Stilllegung abläuft, gehen an die jeweiligen Stellen der Deutschen Tafel.
Über Sodexo
Der Sodexo-Konzern mit Hauptsitz in Issy-les-Moulineaux nahe Paris weist 2019 weltweit einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro aus bei 470.000 Mitarbeitern in 67 Ländern. Das Portfolio des mit 9,4 Mrd. € Marktkapitalisierung (Stand: 8.4.2020) börsennotierten Unternehmens umfasst Empfangs-, Sicherheits-, Wartungs- und Reinigungsdienste, Catering, Facility Management, Restaurant- und Geschenkgutscheine sowie Tankpässe für Mitarbeiter. 1966 gegründet, bietet Sodexo laut eigenen Angaben Benefits and Rewards Services und Personal and Home Services täglich für 100 Millionen Menschen. Die Sodexo Services GmbH mit Sitz in Rüsselsheim zählt in Deutschland rund 300 Catering-Kunden, davon 200 Unternehmen (151,1 Mio. € Umsatz) und versorgt rund 1.100 Schulen und Kindergärten (67 Mio. € Umsatz). Mit einem Jahresumsatz 2018 von 286,7 Mio. Euro (+0,2 % gg.Vj.) belegt das Unternehmen Platz 3 im exklusiven gv-praxis-Ranking. Im Seniorenmarkt verzeichnete Sodexo 2018 ein Plus von 30,4 Prozent auf 7,3 Mio. Euro.


Sie möchten Aktuelles zum Thema "Coronavirus und die Gastro-Branche" lesen? Mehr fachlichen Input finden Sie in unserem "Coronavirus und die Gastro-Branche"-Dossier.
stats