Starbucks/Coronavirus

Kein Mehrweg in Europa, Verluste in China

Vorsichtsmaßnahme in Zeiten von Corona: Starbucks füllt derzeit keine mitgebrachten Becher auf. To go gibt es aktuell nur Pappbecher.
Starbucks
Vorsichtsmaßnahme in Zeiten von Corona: Starbucks füllt derzeit keine mitgebrachten Becher auf. To go gibt es aktuell nur Pappbecher.

Mitgebrachte Kaffeetassen füllt die US-Coffeeshop-Kette Starbucks nicht mehr in der Region EMEA (Europe, Middle East & Africa). In einem offenen Brief an die Stakeholder informiert Robert Lynch, Vice President, Retail, Starbucks Europe, über die Vorsichtsmaßnahmen, die das Unternehmen aktuell vor dem Hintergrund des sich ausbreitenden Coronavirus ergreift.

„Wir gewähren weiterhin jedem Kunden die eingeführten Rabatte fürs Mitbringen einer eigenen Tasse. Entsprechend entfallen die Aufpreise von 5 Pence in UK und 5 Cent pro Pappbecher“, heißt es in dem Schreiben von Robert Lynch.
Im Rahmen verstärkter Hygienemaßnahmen verzichte man aber derzeit auf die Annahme und das Auffüllen mitgebrachter Mehrwegbecher. Darüber hinaus würden auch die Reinigungsmaßnahmen in den Stores sowie für das dort verwendete Geschirr verstärkt. Man habe allen Betreibern Hinweise gegeben, wie bei einem Verdachtsfall im Team vorzugehen ist – einschließlich der Verfahren zur Schließung von Geschäften. Schließlich wurden alle geschäftlichen Flugreisen im In- und Ausland bis zum 31. März eingeschränkt.

Same-Store-Sales brechen in China ein

Der chinesische Markt hat die Konsequenzen der Corona-Epidemie bereits in den vergangenen Monaten in voller Härte zu spüren bekommen. Starbucks-CEO Kevin Johnson addressiert nun in einem Schreiben an die Investoren die aktuelle Lage.

Um rund 78 Prozent sind die Einnahmen auf bestehender Fläche, auch als Comparable Sales bekannt, im Februar 2020 eingebrochen. Der Grund dafür waren neben ausbleibenden Kunden auch temporäre Standortschließungen und reduzierte Öffnungszeiten. Zwischenzeitlich schloss die Coffeehouse-Marke knapp die Hälfte der mehr als 4.000 Stores im Reich der Mitte. Rund um das chinesische Neujahrsfest stieg die Zahl kurzzeitig sogar auf 80 Prozent.

Comparable Sales, Like-for-Like etc.
Der Umsatz auf bestehenden Flächen, auch unter den Namen Same Store Sales, Comparable Sales oder Like-for-like Sales bekannt, gilt Experten als "harte Währung" der Branche. Hier werden Veränderungen des Systemumsatzes von allen Standorten betrachtet, die mindestens 13 Monate geöffnet sind. Bezugsgröße ist dabei der Vorjahreszeitraum.


Zum jetzigen Zeitpunkt hat Starbucks gut 90 Prozent der Stores wieder eröffnet, operiert jedoch aktuell unter verschärften Sicherheitsbedingungen. Dazu zählen unter anderem der Fokus auf Delivery, mobiles Bestellung und kontaktloses Bezahlen. Zudem führte das Unternehmen Temperaturchecks und Gesichtsmasken für Mitarbeiter und Gäste ein. Geplante Neueröffnungen wurden zusätzlich verschoben.

Der starke Einbruch der Umsatzzahlen im Februar wird laut CEO Kevin Johnson auch das Ergebnis des zweiten Quartals beeinflussen. So rechnet Starbucks in China aktuell mit einem Rückgang der Comparable Sales um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zudem kalkuliert die Marke einen Rückgang der Revenues um 400 Mio. bis 430 Mio. US-Dollar im Vergleich zu vorherigen Prognosen für das zweite Quartal ein. Diese Schätzungen beruhen allerdings auf der Annahme, dass alle Stores bis zum Ende des Quartals geöffnet sein werden und sich der Verkehr in der Bilanz des Quartals im Vergleich zum Februar leicht verbessert.

Umsatzrückgänge nicht nur in China

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in Japan, Südkorea und Italien, erwartet Starbucks auch in diesen Ländermärkten Umsatzrückgänge. Der US-amerikanische Markt entwickele sich dagegen wie erwartet. Zum jetzigen Zeitpunkt könnte das Unternehmen aber keine Angaben über die finanziellen Auswirkungen des Coronavirus auf das Geschäftsergebnis über das zweite Quartal hinaus machen.



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